Donnerstag, 31. Dezember 2009
Und nun, wenn alle Uhren schlagen,
So haben wir uns was zu sagen,
Was feierlich und hoffnungsvoll
Die ernste Stunde weihen soll.
Zuerst ein Prosit in der Runde!
Ein helles, und aus frohem Munde!
Ward nicht erreicht ein jedes Ziel,
Wir leben doch, und das ist viel.
Noch einen Blick dem alten Jahre,
Dann legt es auf die Totenbahre!
Ein neues grünt im vollen Saft!
Ihm gelte unsre ganze Kraft!
Wir fragen nicht: Was wird es bringen?
Viel lieber wollen wir es zwingen,
Daß es mit uns nach vorne treibt,
Nicht rückwärts geht, nicht stehen bleibt.
Nicht schwächlich, was sie bringt, zu tragen,
Die Zeit zu lenken, laßt uns wagen!
Dann hat es weiter nicht Gefahr.
In diesem Sinne: Prost Neujahr!
Wir wünschen euch einen guten Start ins neue Jahr 2010
möge es ein gesegnetes, gesundes, glückliches und erfolgreiches
für jeden Einzelnen von euch sein und
sich euch von seiner allerbesten Seite zeigen.
Es grüßen euch aus Kanada
Lieschen, Checker und Jule-
wir melden uns wieder im nächsten Jahr mit
neuen Geschichten aus Calgary und Umgebung.
Alles Liebe
Montag, 28. Dezember 2009
nach einem wunderschönen Weihnachtsfest melde ich mich zurück aus der Ferne. Und es gibt soooooo viel zu erzählen.
Ich hoffe, ihr hattet alle ein so tolles und herzliches Weihnachtsfest wie wir und seid gesund, munter und kugelrund vom Festtagsschmaus. Wir haben bereits am 23. Dezember angefangen, alles für Heiligabend vorzubereiten, denn wir hatten ja Papa Martin zum Essen eingeladen. Leider hatten wir im ganzen Trubel vergessen, unsere Lendchen für das Hauptgericht aufzutauen, also mussten wir die Kocherei dann auf den 24. verschieben. Dann wollten wir mit Daniel am Heiligabend morgens gerne in den Heritage Park fahren, der hatte leider geschlossen. Also ging´s ins Chinook Centre, wo wir bei unserer Second Cup-Kollegin Molly eine Husky-Schlittentour in Canmore gebucht haben, dazu später mehr. Dort haben wir uns auch noch schnell ein Zimtteilchen reingehauen ;) Hhm wir sind hier nur am essen. Dann ging es ab nach Hause, wo Lieschen und ich schnell wieder in die Küche verschwunden sind und im Nu ein Weihnachtsmenü gezaubert haben. Zwischendurch hat uns Martin immer noch zu sich beordert, um mit ihm per Google Earth ferne Länder zu bereisen und unsere Heimatorte zu markieren. Um halb sieben stand dann unser Lendchentopf, ein leckerer Salat und eine gute Flasche Wein auf unserem liebevoll geschmückten Tisch. Bei Kerzenschein haben wir diniert und unsere Gedanken schweifen lassen-einmal um die ganze Welt, bis hin zu euch und gehofft, dass es euch in dieser heiligen Nacht so gut ergeht wie uns hier. Anschließend an ein ausgedehntes Abendessen sind wir dann eine Etage tiefer gehuscht, wo unter unserem Weihnachtsbaum viele herzliche Nachrichten und liebevoll ausgesuchte Geschenke darauf warteten von uns bewundert zu werden. Vielen Dank euch allen- aus den Augen heißt nämlich bei weitem nicht aus dem Sinn, weder bei den Daheim Gebliebenen, noch bei den Fernreisenden ;) Um ganz ehrlich zu sein, waren wir uns nämlich trotz eines traumhaften Abends einig, dass es zu Weihnachten eigentlich nur einen Ort auf der ganzen Welt gibt, wo man ohne Wenn und Aber hingehört-zu seiner Familie. Anschließend ans Geschenke auspacken haben wir uns dem eigentlichen und einzig wahren Sinn von Weihnachten zugewendet: Wir haben uns in Claires und Martins Gemeinde dem Geist der Weihnacht hingegeben und aus meiner Sicht den schönsten Weihnachtsgottesdienst miterlebt, den man sich vorstellen kann.
Danach waren wir reif für´s Bett, aber halt-da war doch noch was: In der Nacht zum 25. Dezember kommt schließlich Santa Claus mit Rudolph und seinen Kumpels vorbei. Also sind wir schnell mit unseren Stockings hoch gelaufen und haben sie an den Kamin gehängt. Daniel hat einfach einen Socken von mir zweckentfremdet und ihn mit Kabelbinder gut sichtbar neben unseren montiert. Auf dem Kaminsims stand auch noch ein Teller mit Plätzchen und ein Fläschen Rum bereit - Santa hat schließlich nach so einer langen Nacht eine Stärkung verdient. Ganz gespannt sind wir drei in unsere kuscheligen Betten geschlüpft und während die anderen zwei schon friedlich am Schnarchen waren, habe ich meine Ohren gespitzt und versucht zu Lauschen, ob der dicke alte Mann auch wirklich durch den Kamin plumpst. Aber jeder, der mich kennt weiß, dass ich schlecht höre- dem zu Folge habe ich nichts mitbekommen.
Doch am nächsten Morgen stand es außer Frage- er hatte uns gefunden und unsere Stockings randvoll mit kleinen schönen Geschenken gefüllt. Leider hatte er vorm schlafen gehen vergessen, sein rotes Kostüm abzulegen und so wissen wir heute- Santa Claus wohnt bei uns im Haus. Also haben wir uns schwer ins Zeug gelegt, um uns zu revanchieren und ein Frühstück mit Pan Cakes und frischen Brötchen hergerichtet. Mr. Martin Santa Clause hat sich sehr gefreut. Anschließend haben wir auch noch mit Mrs. Clause in England telefoniert und die meinte dann: Ich habe euch doch gesagt, dass Santa euch findet, egal wo ihr seid.....
Danach ging es schon wieder ans Kochen. Wir alle waren bei Sheila und Peter zum großen Weihnachtsdinner eingeladen und wir sollten den Nachtisch machen. Gesagt, getan-für uns als erfahrene Hausfrauen alles kein Problem. Die zweite Feier war dann auch echt toll. Wir wurden herzlichst aufgenommen und dort auch nochmal beschenkt-echt unglaublich. Von Sheila gab es für Liesl und mich eine selbsgemachte Kette und passende Ohrringe und für Daniel einen Bildband über die Canadian Rockies. Ghislaine gab uns eine Tüte mit einem Schokobären und einem Umschlag, den wir aber erst Zuhause öffneten und der uns ziemlich von den Socken gehauen hat: Drin steckte ein Scheck-über wie viel bleibt unser Geheimnis, aber ich kann euch sagen: Das war nicht von schlechten Eltern ;)
So nun zum 26.12.- ein brutales Datum hier in Kanada, denn es bedeutet Boxing Day: Ein Tag an dem jeder, wirklich jeder Weihnachtsgeschenke umtauscht und an dem alle, wirklich auch alle Geschäfte alles alles bis zu 70 % reduziert haben. Dreimal dürft ihr raten, was wir gemacht haben: Geshoppt, geshoppt, geshoppt.
Soviel erstmal zu unserem Weihnachtswochenende. Im nächsten Eintrag hole ich dann nochmal ganz weit aus und gebe einen kleinen Rückblick auf alles, was davor geschah. Also bleibt dran, nach einer kleinen Pause geht es weiter mit viel Spannung, Spiel und Spaß....
Donnerstag, 24. Dezember 2009
Sonntag, 13. Dezember 2009
Wir haben in der Eiseskälte erst mal eine Runde "um den Block gedreht" - Daniel hat uns auf ´ne Pizza eingeladen. Aber noch viel mehr als die leckere Pizza genieße ich es, ihn bei mir zu haben und ihm endlich mal mein Zuhause in der Ferne zu zeigen. Wir werden bestimmt eine tolle gemeinsame Zeit hier verbringen und machen euch auch weiterhin schön neidisch. Aber eine Sache, die wir gerne mit euch tauschen würden sind die Temperaturen. Doch für Mittwoch erwarten wir einen Chinook, also gehen die Temperaturen fast 20 Grad in die Höhe-juhu.
Viele warme Gedanken und Grüße nach Deutschland
Eure Dreier-WG
Daniel, Lisa und Julia
P.S.: Danke liebe Lisa, dass du zugestimmt hast, Daniel bei uns aufzunehmen ;) Santa wird dieses Jahr bestimmt großzügig zu dir sein *hihi*
Samstag, 12. Dezember 2009
Heut ist das letzte Mal, dass ich euch schreibe.......bevor Daniel mich endlich besuchen kommt.
Morgen um Mittag fahren Martin und ich zum Flughafen, um ihn abzuholen. Daher habe ich heute nach der Arbeit erstmal unsere Wohnung auf Hochglanz gebracht, 3 Maschinen Wäsche gewaschen, Betten bezogen und ein wenig weihnachtlich geschmückt. Lisa fällt gleich um, wenn sie von der Arbeit kommt-ich habe nämlich überall bunte Lichter installiert: Eigentlich ein absolutes No-Go in unserem Haushalt ;) Tja langsam aber sicher färbt der nordamerikanische Lifestyle ab.
Für kommenden Mittwoch hat Martin uns Kinofreikarten besorgt und meinte wir hätten dann ein Date mit ihm ;) Der ist echt witzig drauf. Gerade meinte er: Julia, also ich wollte dir nur sagen, mir ist wirklich egal, ob Lisa nun im Wohnzimmer schläft oder Daniel- das ist ganz euch überlassen, ich stelle auch keine Fragen. Und dann ist er in unser Schlafzimmer marschiert, weil wir nicht mehr alle Lampen am brennen haben ;) Er hatte das schnell behoben.
Ja was gibt es sonst noch zu erzählen??? Claire ist heute nach England aufgebrochen, um dort mit ihren Eltern Weihnachten zu verbringen- Martin war eben ganz schön geknickt, dass sie jetzt weg ist, aber wir kümmern uns liebevoll um ihn.
Heute erwarten wir unsere bisher kälteste Nacht. Bei -35 Grad werden wir uns ganz dick in unsere beheizbaren Decken einmümmeln und endlich mal wieder ausschlafen. Die letzte Woche war nämlich ziemlich anstrengend und ich musste immer um 6 oder 7 auf der Arbeit sein. Heute Morgen bin ich bei -30 Grad etwas schneller gelaufen als sonst, was einem in dem Neuschnee gar nicht so leicht fällt. Ja, es ist Winter geworden in Calgary und laut unserer Kollegen hält das nun bis Juni an ;)
Für die kommenden Wochen haben wir einige Pläne: Wir würden gerne mit Claire´s Mini nach Edmonton und Banff düsen, Ski und Hundeschlitten fahren, in den Zoo (wo ein Lichterfest stattfindet) und zum Heritagepark gehen, auf dem Calgary Tower zu Abend essen und die Skyline geniessen und natürlich was das Zeug hält Weihnachten feiern. Was wird das für ein seltsames Familienfest geben, an dem wir euch alle entbehren müssen. Aber wir haben es ja so gewollt. Ich habe meine 54 Weihnachtskarten auch so gut wie erledigt und der Großteil ist bereits auf dem Weg nach Deutschland. So können wir nun entspannt, bis aufs Arbeiten die Adventszeit genießen.
Ach, uns geht es gut hier und die Uni fühlt sich noch viel weiter weg an als alles andere....schön, dass man Bildung und Reisen so gut verbinden kann ;)
So jetzt mal noch ein paar aktuelle Fotos, damit ihr uns auch glaubt, dass Schnee liegt. Ich hoffe ihr wisst diese Fotos zu schätzen, die mich wegen der Kälte fast meine Finger gekostet hätten.
Frostig frische aber fröhliche Grüße nach Hause an alle, die wir so schmerzlich vermissen.
Jule
Montag, 7. Dezember 2009
Gestern war nicht nur unser arbeitsfreier Tag, sondern auch Eisschnelllauf Weltcup im Olympic Oval in Calgary und jetzt dürft ihr dreimal raten, wo wir wohl gestern waren: Genau, beim Eisschnelllauf Weltcup, um unser deutsches Team zu unterstützen. Die Anfahrt gestaltete sich zunächst etwas schwierig, da es 1. arschkalt war und wir 2. den Zug hätten wechseln müssen, was wir zunächst nicht gemacht haben. Aber schließlich dort angelangt war es super. Mit unserer Kriegsbemalung auf den Wangen haben wir ganz deut(sch)lich gemacht, wohin wir gehören ;)
Lisa war sowieso schon im Himmel, dass wir überhaupt dahin gegangen sind und ich habe entdeckt, wie gut und wieviel man auf solchen Veranstaltungen fotografieren kann. Da man sich seine Sitzplätze frei wählen konnte, haben wir uns nach und nach durchs ganze Eisstadion gearbeitet und sind schließlich *schwups* im Pressefoto- und Fernsehbereich gelandet. Zuerst wurden wir nicht bemerkt *juppie*, dann wurden wir höflichst gebeten, diesen für uns tabuisierten Bereich zu verlassen, doch dann deckte der nette Security-Mensch unsere Nationalität auf und fing prompt an, deutsch mit uns zu sprechen. Er ist nach dem Krieg nach Kanada ausgewandert, war der deutschen Sprache aber noch ganz schön mächtig und von uns so angetan, dass er uns einen kleinen Tipp gegeben hat: Wenn die Deutschen laufen, sollten wir uns unauffällig wieder zwischen die Pressefotografen an die Bande begeben und was das Zeug hält Fotos machen. Er und sein Kollege würden zu der Zeit zufälliger Weise in eine ganz andere Richtung schauen und uns einfach nicht bemerken ;) Gesagt, getan.....fühlt sich gut an, meine kleine Nikon zwischen diesen ganz großen Apparaten.
Anschließend waren wir dann ganz mutig und haben die deutschen Frauen noch um Autogramme gebeten. Die waren aber irgendwie nicht so freundlich, also haben wir unsere restliche Zeit damit verbracht, die ganzen hübschen, gutgebauten, sportlichen Männer in ihren hautengen Anzügen abzulichten. Wir konnten gar nicht damit aufhören und jetzt ist meine Festplatte am Computer voll, weil die 1000 Fotos von gestern einfach die Kapazität gesprengt haben.
Nach diesem aufregenden, aber (-17 Grad) kalten Tag, waren wir natürlich immens hungrig, deswegen haben wir noch einen kurzen Abstecher zu Boston Pizza gemacht. Lecker, lecker..........
aber keine Angst, trotz immer gutem Essen haben wir noch immer unsere guten "Moppel-" Maße und fühlen uns rundherum glücklich und zufrieden.
Schöne vorweihnachtliche Grüße aus Calgary
Eure Jule
Donnerstag, 3. Dezember 2009
ich hoffe, dass ihr alle wohlauf seid- wir haben ja lange nichts voneinander gehört. Es ist mal wieder viel passiert in der Zwischenzeit.
Ich fange mal mit unserer Weihnachtsbäckerei an: Claire hat uns nach altem Familienrezept gezeigt, wie man Weihnachtspudding und -kuchen macht. Eine ganz schön klebrige Angelegenheit kann ich euch sagen. Da kommt alles Mögliche an Trockenobst rein (das Rezept ist viel zu lang um das hier zu erläutern). Was allerdings witzig war: Ich musste ca. 4 Kilo an verschiedensten Rosinen abwiegen, die alle darin Platz finden wollten und zu allem Überfluß mag Lisa gar keine Rosinen. Da musste ich beim Wiegen die ganze Zeit vor mich hin kichern. Wir hatten also unseren Spaß.
Dann hatten Claire und Martin Geburtstag und haben uns zum tausendsten Mal zum Essen eingeladen, desweiteren hatten wir unsere Pre-Christmasparty. Das war echt super, wir waren 17 Leute (darunter Schweinegrippe Jan), es gab jede Menge leckeres Essen und wir haben endlich Klein-Louise kennengelernt: Was für eine süße Maus! Zum Nachtisch gab es unseren Christmaspudding, von dem alle sehr begeistert waren und das nicht nur, weil das ein oder andere Silbergeld darin auftauchte ;) Es war wirklich eine tolle Feier und wir haben es sehr genossen. Dann waren wir noch mit unseren SC-Kollegen beim Bingo- die sind alle sehr nett und vorallem total witzig.
Letzten Sonntag hatten wir frei und sind mit Martin und Claire in der Heritage Park gefahren, wo wir auf den Spuren der Calgarianer um 1800 umher gewandert sind und in einer kleinen Kapelle dort haben wir Weihnachtslieder gesungen: Ach das war schön.
Das Wetter ist immer noch sonnig, allerdings sind die Temperaturen "etwas" gefallen und so musste Klein-Juli heut morgen bei -24 Grad Celsius (wohlgemerkt) zur Arbeit laufen. Ja, was soll ich sagen- es war kalt, aber auszuhalten. Jetzt heißt es langsam, warm anziehen, da laut Wettervorhersage nächste Woche die Tageshöchstwerte zwischen -20 und -30 Grad liegen. Zudem ist für die kommende Nacht ein Schneesturm angesagt: Wie gut, dass heute Abend der ganze Second Cup (wir natürlich inklusive) zum Karaoke geht. Da müssen wir wohl aufpassen, dass wir uns das werte Popöchen nicht abfrieren. Wir wurden schon eindringlich vor Frostbeulen gewarnt, also verdecken wir alles bis auf die Augen, obwohl selbst die frieren. Mein Kollege Sam von der Arbeit meinte heut Morgen, dass es bei dem Wetter total witzig wär mit den Fingern die Nase zusammen zu drücken, weil die innerhalb von Sekunden zusammenfriert und dann nicht mehr auseinandergeht. Wir probieren das heut Nacht mal aus und schicken euch ein Foto.
Jippie endlich Winter, wir freuen uns, was alle anderen nicht verstehen können (aber die müssen das Wetter ja auch bis Mai ertragen ;) ), wir kommen ja schon im März zurück ins sonnige, nahezu mediterrane deutsche Klima. Und bis dahin passen wir auf, dass wir nicht erfrieren- in anderthalb Woche ist Daniel ja auch hier: Er bringt unser Eis schon zum Schmelzen *hihi*........
Wir senden euch mit dem Schneesturm heut Nacht flockige Grüße und eine warme Umarmung.
P.S.: Ich habe ein riesen Paket aus Deutschland bekommen- Oh Mann, was haben wir uns gefreut. Also zögert nicht, über Post freuen wir uns immer ;)
Bis bald Jule
Freitag, 20. November 2009
SCH No. 1: dazu kann man sagen, dass das Wetter unglaublicherweise seit ca. drei Wochen ununterbrochen ganz schön (s)charmant ist. Für uns war diese bombastische Wetterlage die letzten Tage nur schwerlich zu ertragen, aufgrund SCH No. 2 und 3.
SCH No. 2: am Anfang war SCH No. 2 noch schrecklich wohlschmeckend, das ließ aber schließlich nach, nachdem wir bis zum Schlechtsein geschnuckt hatten. Schon wieder eine Leidenschaft weniger. Zu allem Überfluss schwirrt ja auch noch SCH No.3 in unserem schwungvollen kanadischen Leben umher.
SCH No. 3: hat uns ja schließlich ins kalte Wasser geschmissen und uns für drei Tage zu den (S)chefs ihres Schokoladengeschäfts ernannt. Ganz schön schwierig, kann ich euch sagen, da sie uns schlecht eingearbeitet hat und das Wichtigste schlichtweg vergessen hat zu erklären. Kunden schauten kaum vorbei, da die Schokolade nicht für jeden erschwinglich ist und schließlich kam auch noch eine Großbestellung vom S(c)heraton Hotel rein und da hieß es Arschbacken zusammen kneifen und mit allen Schikanen VIP-Schokopäckchen zu schnüren. Ich meine, wir haben es geschafft, aber wir sind schon ganz schön ins Schwitzen gekommen. Seitdem nennen wir Ghislaine liebevoll Schißlaine, weil wir etwas schockiert von ihrer Erscheinungsform als Geschäftsführerin und Leitschaf des Schokoladenschlaraffenlands sind.
Achtung, Achtung ich begebe mich nun in eine erstmal SCH-freie Zone: Unsere Zukunft!
Das Wetter soll nun etwas winterlicher bzw. erstmal kälter werden. Deshalb nutzen wir unseren freien Sonntag um mit Claire zusammen Christmas-Pudding und -Cake zu machen und alles für unsere mittlerweile 19-Mann starke Weihnachtsfeier am 28.11. vorzubereiten. Das wird bestimmt super. Im Second Cup läuft auch alles rund und wir passen sehr gut in die Mitte unserer verrückten, immer fröhlichen Kolleginnen. Der Spaßfaktor ist immens und die Arbeit fällt uns auch immer leichter. Zudem bekommen wir dafür noch Geld-was will man mehr. Unsere Freizeit leidet im Moment zwar etwas, aber das wird bestimmt demnächst auch wieder anders. Ansonsten gibt es im Moment glaube ich nichts prickelndes zu erzählen.
Ich sende euch liebste Grüße, ganz besonders aber meinem kleinen Goldstück Paul (ich hoffe, es geht dir wieder besser)
Bleibt gesund und munter
Eure Jule
Sonntag, 15. November 2009
Wie ihr vielleicht schon gemerkt habt sind wir nicht mehr ganz so fleißige Blogger wie zu Beginn unserer großen Reise. Das liegt einfach daran, dass wir arbeitstechnisch im Moment sehr eingespannt sind. Aber nichts desto trotz finden wir auch noch Zeit für andere Dinge.
So haben wir das Wochenende vor, zwischen und nach unseren Schichten bei SC damit zugebracht, alles in der 124 Brabourne Road weihnachtlich zu dekorieren. Denn schließlich findet am 28.11. unsere erste Weihnachtsparty hier Zuhause statt- zu diesem Termin muss also alles in weihnachtlichem Glanz erstrahlen. Wir haben uns allergrößte Mühe gegeben und gestern als Familienprojekt den Weihnachtsbaum zusammengebaut. Ja, ihr habt richtig gelesen: Zusammen gebaut. Er ist nämlich ein Artifakt ;) aber dennoch schön. Und das Beste an ihm ist: Man kann ihn sich so zurecht biegen, wie es einem beliebt. Er wurde dann liebevoll geschmückt, denn Kleider machen nicht nur Leute, sondern auch Bäume....aber nicht nur der Baum erhielt einen weihnachtlichen Touch, sondern auch das Treppengeländer, der Kamin (natürlich, wir glauben schließlich an Santa Clause) das Badezimmer-kurz gesagt, einmal Rundumschlag. Heute war dann die Aussenbeleuchtung dran, die an der Dachrinne entlang der ganzen Front unseres Hauses angebracht wurde. Martin stand oben auf der Leiter und wir haben ihn von unten festgehalten und ihm alle Utensilien angereicht. Er meinte dann irgendwann, wenn er das allein hätte machen müssen, dann wär er schon längst abgestürzt. Doch es ist alles glimpflich abgelaufen, abgesehen von der Tatsache, dass er auf dem letzten Stück mit seinem werten Hinterteil im Rosenbusch gelandet ist *hihi* wir hatten unseren Spaß. Schließlich gab es noch ein wenig Beleuchtung für die Terasse und die frisch gestutzen Büsche vorm Haus.
Claire und Martin waren ganz begeistert von unserer Hilfe und als Dankeschön durften wir gestern und heute mit ihnen dinnieren *schmatz, lecker, lecker*
Jetzt steht alles für unsere große Party.
So, nun folgt ein kleiner Wetterreport: Unser Thema dieses Wochenende war ja Weihnacht, Winter, Schnee....und als ich heute Morgen aus dem Fenster geschaut habe sah es schneetechnisch sehr vielversprechend aus. Der Himmel über Calgary war wolkenverhangen, es war windig, dunkel und es sah verdammt kalt aus.....solange bis dann Claire als erfahrener Calgarianer runter kam und meinte es gäb einen Chinook (das ist das, was ihr unten auf dem Foto sehen könnt). Für uns bedeutet das einen starken und warmen Westwind, der im Nu die Kaltfront vertreibt und somit müssen wir ab morgen für ca. drei Tage mit Temperaturen um die 15 Grad rechnen. Nicht schlecht oder? Zudem sieht das ganze Spektakel ganz schön dramatisch aus. Aber macht euch keine Sorgen, das ist nicht gefährlich und wir waren zu keiner Zeit ernsthaft bedroht ;)
Morgen ist unser großer Tag, wir leiten für drei Tage das Schokoladengeschäft! Wenn ihr danach nichts mehr von uns hören solltet, sind wir aufgrund einer Schokoladenüberfütterung geplatzt.
In diesem Sinne
Süße Grüße, eure Jule
Dienstag, 10. November 2009
Heut ist noch nichts Großartiges passiert, aber dafür viele kleine Dinge, die mich sehr positiv stimmen: Sonnenschein, ein Brief von meiner lieben Mama, ein wieder voller Kühlschrank, ich muss heute nicht arbeiten, wir sind gesund und munter, haben gut geschlafen und bei unserer Bank einen Scheck geholt, damit unser Boss morgen unser erstes Gehalt überweisen kann. Das sind doch genug Gründe, um glücklich zu sein und euch einfach mal schnell zu schreiben, oder? Hoffe bei euch zeigt die Gute-Laune-Skala ein ähnlich gutes Ergebnis an!?!
Liebe Grüße und einen erholsamen Abend
Eure Jule
Montag, 9. November 2009
"Heinz en eins"
In diesem Sinne liebe Grüße an alle (auch an die, die nicht Heinz heißen)
Jule
Hoffentlich habt ihr bisher auch alle "Schwein" gehabt und seid den H1N1-Viren so gut es geht aus dem Weg gegangen.
Gesunde und tierisch herzliche Grüße aus dem jetzt wieder kalten Calgary
Jule
Freitag, 6. November 2009
Angefangen bei Samstag: Nach der freudigen Nachricht, dass wir beide einen Job bei Second Cup ergattert haben, sind wir erstmal auf den Spielplatz gegangen und haben uns ausgetobt und unser Leben in vollen Zügen genossen. Man ist ja immer nur so alt wie man sich fühlt und an dem Tag fühlten wir uns wie neu geboren. Aber eine Sache hatten wir längst vergessen- wie hungrig es macht, den ganzen Tag zu wippen, schaukeln, rutschen, toben. Zum Glück waren wir abends zu Georges Geburtstagsdinner ins Cheesecake Cafe eingeladen und konnten unsere Batterien wieder kräftig auffüllen. Nach einem Cheddar-Cheeseburger und einem Triple Chocolate Fudge Cake fühlte ich mich wie ein ganz schön dickes Kind: Das hat sich aber wieder gelegt ;)
Sonntag: Nach einer schnellen Shoppingtour bei GAP, wo Lieschen eine schwarze Hose zum Arbeiten gekauft hat, haben wir uns mit Scott (dem jüngeren Sohn der Whites) getroffen, um Downtown unsicher zu machen. Beim erstbesten Chinesen haben wir dann ein Mittagspäuschen eingelegt, bei dem dann ans Licht kam, dass Scott ein Fan der deutschen Sprache, Musik und Kultur ist. Seine deutschen Sprachkenntnisse waren ganz schön beeindruckend. Zunächst hat er uns ein deutsches Lied von David Hasselhoff, den er als Inbegriff von Maskulinität versteht *hahahaha* vorgesungen: "Düüü bist als for me" Na alles klar? Also wir haben so gut wie nichts verstanden. Desweiteren mochte er den Satz: "Mein lieber Herr Gesangsverein"und den Ausdruck "Grüß Gott". Uns hat er immer "German Barbies" genannt und dann war er noch der festen Überzeugung "Überschnauzer" wär ein wichtiges Wort im deutschen Sprachraum-wir haben ihn in dem Glauben gelassen. Dann hat er uns noch erzählt, dass Franz Baur ja auch unglaubliche gute deutsche Musik macht...wer auch immer der Mann ist...Geschmäcker sind zum Glück verschieden. Ach ja, unsere Heimat ist ja so idyllisch wegen unseren Holzhäusern und den riesen Blumenkästen am Balkon......???
Nach diesem recht amüsanten Lunch hat er uns noch seinem Arbeitskollegen beim Sicherheitsdienst vorgestellt, wir durften uns ein wenig Verbrecherfotos anschauen, mit Handschellen und Messern spielen und zu guter letzt hat er uns noch umsonst ins Kino, in den Film "Couples Retreat" geschleust, wo wir uns wortwörtlich gebogen haben vor Lachen. Dieses Lachen verging uns aber schnell als wir feststellten, dass wir unseren letzten Bus nach Hause verpasst hatten. Calgary ist zum Glück kein ödes Kaff und hier fährt mehr als eine Buslinie in diesselbe Richtung-also haben wir es doch noch nach Hause geschafft. Juppieee
Montag: Das chinesische Essen war nicht optimal verdaulich und wir sind den ganzen Tag im Staffellauf auf Toilette gelaufen, dazu noch die Aufregung, dass sich Second Cup noch nicht wieder gemeldet hatte-wir fühlten uns miserabel. Dann der erlösende Anruf, dass wir Dienstag zu Second Cup kommen sollten, ein paar Hände voller Cheerios, eine Dosis "Say yes to the dress" und wir waren wieder generalüberholt.
Dienstag: Morgens haben wir uns frisch und schön gemacht, um bei unserem neuen Chef einen ordentlichen Eindruck zu hinterlassen. Nach einigem Papierkram hat er uns dann ca. 2 Stunden alles über Kaffeefarmen, -sorten, -bohnen, -röstung.........erzählt. Viele dieser Informationen haben uns jedoch nur sanft gestreift. Unser Gehirn war schlichtweg überlastet. Zusätzlich zu dem Lifetraining im Laden müssen wir ein kleines Studium am Computer absolvieren. Aber ich kann euch sagen, leichter gesagt als getan. Die Welt des Kaffees ist kein purer Genuss, sondern viel, viel, viel Arbeit.
Mittwoch war dann schon unser erster Arbeitstag und wir mussten in verschiedenen Schichten die Kasse bedienen: Ein Universum für sich-und soviele Knöpfe, die man besser nicht drückt: Das haben wir natürlich erst festgestellt, nachdem wir sie bereits gedrückt hatten. Aber wir entwickeln immer mehr vielversprechende Kampfmethoden, um unseren Gegner, die Kasse zu besiegen. Zudem wusste jeder zweite schon genaustens über uns Bescheid und unsere Kunden begrüßten uns zu unserem Erstaunen mit Namen. Plötzlich kam so ein Alter rein und meinte "Julia bist du verheiratet, weil ich hab da einen Freund, der noch ´ne deutsche Frau sucht". Das habe ich schnell abgewimmelt oder würde das bei euch auf Begeisterung stoßen, wenn ich einen 60 Jahre alten Knacker mit nach Hause bringen würde??? (Sorry an alle meinen lieben Leser, die dieses unglaubliche Alter auch schon erreicht haben-ihr seid natürlich viel fittere alte Knacker als die hier ;)) Als ich nach meiner Schicht nach Hause kam, hat mich "Mutter Liesl" schon mit einem tollen Abendessen erwartet. Unterm Strich konnte unser erster Tag bei der Starbucks-Konkurrenz Nummer 1 also als erfolgreich abgestempelt werden.
Donnerstag: Gestern musste nur Lieschen ran, ich hatte frei und als sie weg war, war ich plötzlich sooooooooooooooo einsam, wir haben schließlich die letzen vier Wochen Tag und Nacht gemeinsam verbracht. Also habe ich mich irgendwann auf den Weg gemacht und sie von der Arbeit abgeholt. Wir durften uns sogar noch einige Sachen zum Frühstück einpacken-umsonst. Lecker, lecker.
Heute Freitag: Von wegen "Frei"tag-ich musste arbeiten und das auch noch nach einer nicht ganz so erholsamen Nacht. Zudem war heut ganz schön was los im Land des Kaffees. Unglaublich, was man hier an einem Tag alles so lernt, aber es macht Spaß. Nach meiner Schicht bin ich total erschöpft auf der Couch niedergesunken. Doch jetzt, nach einem schönen Spaziergang im sonnigen Braeside ist der Kopf wieder frei (für neue Flausen). Deshalb muss ich an dieser Stelle auch Schluss machen.....
Liebe, sonnige und fröhliche Grüße aus dem wilden, witzigen Westen
Jule
Samstag, 31. Oktober 2009
Vorgestern haben wir unseren Kürbis geschnitzt, das war ein Akt. Aber ist recht niedlich geworden, Fotos folgen, wenn die ganze Familie fertig ist ;) Dann haben wir uns überlegt aus den Überresten könnten wir Kürbisbrot backen. Gesagt, getan. Komisch nur, dass das Brot nach einer Stunde im Ofen aussen braun und innen noch roh war. Tja that´s life. Ich hab mein Bestes gegeben wenigstens die Kruste noch zu verzehren, den Rest mussten wir wegschmeissen (weil ungenießbar). Während dem Backen ist uns auch noch die Sicherung in der Küche rausgesprungen und zuerst fanden wir den Sicherungskasten nicht. Dann haben wir ein paar Knöpfchen gedrückt-nichts passierte. Also mussten wir auf Martin warten *super* aber wenigstens war es weniger peinlich als unser verstopftes Klo neulich ;) Ich sag euch, ihr verpasst hier einiges. Abends dröhnen wir uns die Birne mit Hochzeitssendungen im Fernsehen zu -sehr romantisch. Aber ganz ehrlich, die Amis, die diese Sendungen drehen sind ganz schön beknackt. Gut, dass am Montag für uns der Ernst des Lebens anfängt. Dann müssen wir nächste und übernächste Woche neben der Arbeit auch noch ins Schokoladengeschäft, um für unsere drei Tage Alleinherrschaft über das süßeste Gut der Welt zu trainieren. Es geht also rund. Heute hat George, der älteste Sohn der Whites Geburtstag und wir gehen alle zusammen Essen und morgen treffen wir uns mit dem kleinen White in Downtown und gehen zu Boston Pizza und dann zu GAP, ne neue Hose fürs Arbeiten kaufen. Wir verbringen hier wirklich eine unglaublich tolle Zeit. Gestern war es echt kalt draußen, wir hatten unsere dicksten Jacken an und heute war ein Chinook, das heißt es ist sonnig und warm und wir können im T-Shirt raus. Dieser Tag ist einfach perfekt und von Erfolg gekrönt und wird im Kalender mit Rotstift und Sternchen markiert.
Sonnige Grüße nach Hause (wo Martin uns nicht mehr hin zurück lassen will. Er hat gestern gesagt, er will uns hier behalten ;) *süß oder?*)
Eure überaus glückliche Jule
Mittwoch, 28. Oktober 2009
Erst mal die schlechten News: Wir haben immer noch keinen Job...Troy hat sich noch nicht gemeldet, dann hat Lieschen da nochmal angerufen, aber er hatte keine Zeit!?! Naja wir versuchen es weiter. Dafür haben wir unsere Traumsweater ergattert. Es folgen ein paar Bilder, damit ihr sehen könnt, wie toll die sind. Jetzt nur noch olympisches Gold (oder auch kein olympisches) holen, dann wären wir rundum glücklich ;)
Es grüßt euch die wilde Jule aus dem wilden Westen
Montag, 26. Oktober 2009
bei strahlendem Sonnenschein haben wir uns gestern nach unseren schönen sonntäglichen Gesprächen mit der Heimat auf den Weg nach Downtown gemacht. In "The Bay" gibt es nämlich einen super Sweater mit einem riesen Canada-Emblem auf der Vorderseite und dem Olympialogo am Arm, den Lisa und ich unbedingt besitzen möchten. Doch mit Erschrecken mussten wir gestern feststellen, diese Pullover sind schon überall vergriffen-oh Schreck.... selbst im Onlineshop steht nur "coming soon" und wir hoffen doch sehr, dass sie "as soon as possible" wieder eintreffen. Sonst sind wir ganz schön enttäuscht-die sind nämlich so toll und wären ein schönes Andenken an die Zeit hier...Hhm mal schauen, ob wir Glück haben und sie irgendwo noch finden. Wir haben also den ganzen Tag nach diesen Pullovern gesucht und waren abends fix und fertig. Dann haben wir auf einen Bus gewartet, der nicht kam, sind dann in einen eingestiegen, der eigentlich auch an unserem Zuhause vorbei fährt, es war nur leider der letzte gestern Abend und er hat uns auf halber Strecke raus geschmissen weil sein Dienst zu Ende war. Dann mussten wir woanders erst wieder auf den einen Bus warten, der vorher nicht kam. So standen wir in der Kälte (nach Sonnenuntergang fallen die Temperaturen nämlich rapide), hatten Hunger und mussten aufs Klo. Am Nachhauseweg haben wir die ganze Zeit überlegt, wie wir jetzt am schnellsten ein tolles Menü zaubern können...unsere Wahl fiel auf Pizza. Als wir die Haustür aufschlossen, kam uns Martin schon freudestrahlend entgegen und meinte, dass wir genau richtig zum Essen kämen. Also konnte unsere Pizza in der TK verweilen, während wir Schweinebraten, Gemüse, Röstkartoffeln und zum Dessert einen Apfelcrumble mit Brombeeren und Custard (eine englische Spezialität) genießen durften. Martin war auch echt froh, uns verwöhnen zu dürfen. Er meinte, er wär schon ganz enttäuscht gewesen, weil er den ganzen Tag gekocht hat, um dann festzustellen, dass niemand Zuhause ist. So hat uns dieses Menü alle rundum glücklich gemacht. Nachdem wir fertig waren kamen dann Claire und Chris (der frischgebackene Papa) an-zum Glück hatten wir noch was zu Essen übrig gelassen. Der Tag endete mit einem Video.
Heut Morgen sind wir ganz gespannt aufgestanden, wir warten ja auf den Anruf von Troy-drückt uns die Daumen, dass das klappt. Um uns die Zeit bis dahin zu vertreiben backen wir jetzt mal Brownies, um oben die auch mal zu überraschen: Wir versuchen den schokoladigen Duft rüber zu wedeln, wenn er euch erreicht sind die Brownies aber bestimmt alle ;) Tut uns leid.
Wir melden uns, sobald wir etwas von unserem eventuell zukünftigen Job gehört haben.
Bis dahin "take care"
Jule
Samstag, 24. Oktober 2009
Ich muss mich grad erstmal orientieren, was wir schon wieder Alles erlebt haben in den letzten Tagen und es irgenwie so komprimieren, dass es für euch nicht zu langweilig wird.
Fangen wir mal bei Mittwoch an. Mittwoch war "office day"-so nennen wir das hier, wenn wir stundenlang im Schlafanzug vorm Computer sitzen und versuchen, zunächst etwas Sinnvolles zu vollbringen, bevor wir unseren Blog bereinigen, an unserm Fotobuch "Canada" weiterarbeiten, Tonnen von Emails schreiben, mehr oder weniger wichtige Telefonate führen etc.. Also das war schon Mittwoch ;)
Donnerstag morgen fing ähnlich an wie "office day", bis Martin runter kam und meinte, dass er mit einem befreundeten Anwalt gesprochen hätte, der der Mann einer Frau ist ...(Entschuldigung für mein schlechtes Deutsch- unsere Muttersprache ist die einzige Sache, die hier sehr leidet, aber dafür sind wir ja hier, wohl?) ...mit der wir at "Ronald Mc Donald House" gekocht haben. Der wiederum hat einen Klienten, der eine ziemlich chice Restolounge (Restaurant & Bar) in Downtown besitzt und sechs neue Leute sucht. Also haben Lieschen und ich dort angerufen und die haben uns gebeten, vorbei zu kommen um unsere CV´s (Lebensläufe) abzugeben. Wir nichtsahnend in unserem "office day outfit" dahin (also nicht im Schlafanzug aber auch nicht gerade aufgedonnert) und nach Troy gefragt, dem bereits erwähnten Klienten. Daraufhin wurden wir gebeten, Platz zu nehmen, uns wurde ein Getränk angeboten und plötzlich sprachen alle von Vorstellungsgespräch. Also haben wir wohlweißlich unsere Jacken angelassen, denn wir wussten ja, was wir drunter trugen ;) So saßen wir da ungefähr ne halbe Stunde und uns wurde Angst und Bange. Die Bedienungen dort trugen alle sehr tiefe Ausschnitte und noch kürzere Röckchen (voll die Tussis) und der ganze Laden ist hypermodern und extrem teuer. Aber was soll´s, wir dachten gleich an ein gutes Gehalt. Dann kam Troy und hat uns interviewt. Das war dann alles ganz nett und in unserer Euphorie haben wir dann auch zu Nachtschichten nicht "Nein" gesagt, haben aber nicht überlegt, wie wir um 2 Uhr nachts von Downtown nach Hause kommen. Aber wir finden das heraus falls am Montag der ersehnte Anruf mit der Zusage kommt.
Am selben Tag kam auch noch Lisa, die schwangere Brasilianerin ins Krankenhaus, wo gestern morgen die kleine Louise Marie geboren wurde. Claire war die ganze Nacht bei Lisa und hat Händchen gehalten und ist seit das Baby da ist jede freie Minute im Krankenhaus. Sie hat sich dort als Großmutter eingeschlichen, sonst darf dort nämlich keiner rein. Da sie also sehr beschäftigt ist mit ihrem adoptierten brasilianischen Enkelkind haben wir gestern und heute an ihrer Stelle auf dem "Fall Fair", einem Basar in der Kirche ausgeholfen. Gestern wurde aufgebaut und heute verkauft. Wir waren mal wieder an einem Stand mit Lebensmitteln ;) und haben unzählig viele verschiedene Sorten Marmelade, Jam, Jelly, Gurken, Rote Beete, Kürbisse, Ahornsirup, Apfelpunsch und was weiß ich nicht alles verkauft: Immerhin mit einem Umsatz von 2.000 Dollar, fast 1.400 Euro nur an unserem Stand. Das war schon ganz schön gut, oder? Wir haben natürlich auch den Umsatz angekurbelt und eine Kürbisfamilie zum aushöhlen für Halloween gekauft, einige Bücher, ein bisschen Weihnachtsdekoration und zwei Nikolausstiefel in der Hoffnung, dass der dicke Santa hier durch den Kamin passt..das Beste war jedoch mal wieder der Kontakt zu den unglaublich netten Kanadiern. Zudem sind wir auf so Events immer "die Attraktion" und binnen weniger Minuten weiß jeder wer wir sind, wo wir wohnen und wo wir herkommen. Am Ende des Basars saßen alle Mitarbeiter noch ein wenig zusammen, es gab Käse und Wein und es wurde Bilanz gezogen. Dann wurde es mal wieder peinlich für uns: Wir wurden gebeten aufzustehen und dann gab es einen extra Applaus "for our European friends from Germany". War ja lieb gemeint, aber wir sind wieder knallrot geworden...Nichts desto trotz hat es mal wieder viel Spaß gemacht und wir sind schon gut hinein gewachsen in unser kanadisches Leben. So gut, dass Ghislaine vom Schokoladengeschäft uns gefragt hat, ob wir im November drei Tage ihren Laden alleine schmeißen können, damit sie ein paar Tage in Urlaub kann. Und mal ganz ehrlich...wer sagt da schon nein !?! Also wir auf jeden Fall nicht ;) Also dürfen wir ein paar Tage vorher schonmal trainieren- es gibt Schlimmeres, würde ich mal sagen.
Jetzt zu den etwas traurigeren News: Claire fliegt über Weihnachten zu ihren Eltern nach England, ihre Mutter hatte nämlich neulich einen Schlaganfall und wenn sie aus dem Krankenhaus kommt, kann sie Claires Hilfe gut gebrauchen. Wir sind echt traurig, denn wir hatten uns so auf ein Weihnachten mit den Whites gefreut. Martin fliegt am 26. 12. hinterher, also sind wir Sylvester dann ganz alleine, dafür kommt uns Daniel wahrscheinlich besuchen- er darf dann unser Aufpasser sein *hahaha* Aber nochmal kurz zu Weihnachten-nicht, dass ihr denkt, wir sitzen ganz alleine unterm Baum. Nein, wir sind zusammen mit Martin und Daniel schon bei anderen Freunden eingeladen. Die kümmern sich alle ganz rührend um uns. Und Claire hat uns versprochen, schon im November mit uns Christmas Cake und Pudding zu machen und wenn die beiden im Januar wiederkommen, laden sie alle ihre Freunde ein und wir feiern Weihnachten nochmal nach, das ist schon alles ge"claire"t *hihi*
Hhm ich weiß nicht, ob ich jetzt noch was vergessen habe, ich glaube aber nicht.
Also dann: Danke an unsere "European friends from Germany", dass ihr so treu unseren Blog verfolgt und ein tolles Restwochende.
Eure Jule
P.S.: Falls ihr es vergessen habt: Ihr dürft heute eine Stunde länger schlafen!!!
P.P.S.: An alle Grey´s Anatomy Fans-falls ihr Fragen zur neuen Staffel habt, wir stehen euch gerne zur Verfügung-nur halt nicht Donnerstag abends um 22 Uhr aber eins vorweg- es wird ganz schön blutig...(sorry das musste jetzt einfach mal sein)
Jetzt aber wirklich bye, bye
Mittwoch, 21. Oktober 2009
Dienstag, 20. Oktober 2009
Wie ihr seht liegt wieder mal ein besonderer Tag hinter uns und ich glaube im Ronald McDonald- House sind wir jederzeit willkommen.
Gute Nacht
Eure Jule
Vor zwei Tagen, also am Sonntag haben wir morgens die Zeit genutzt, um mit unseren Familien zu skypen. Es ist doch immer schön , mit eigenen Augen zu sehen, dass es euch allen gut geht. Was mich ganz besonders gefreut hat war, mein liebes Paulchen ein wenig beim spielen und vor sich hin plappern zu beobachten. Er ist einfach ein richtig kleiner Sonnenschein, der uns selbst hier, soweit weg von Zuhause ganz schön viel Freude macht. So sind wir also gut gelaunt, wenn auch müde in den Tag gestartet. Nach dem Mittagessen sind wir dann mit den Whites in zwei Autos gen Norden gefahren, um ihren Wohnwagen in Gleniffer winterfest zu machen. Der Trailerpark liegt einem wunderschönen See. Wir haben dort einen ausgiebigen Spaziergang gemacht und am Wegesrand pausierende Wildgänse und eine Biberfamilie beobachtet, die auf dem halb gefrorenen Wasser umher spazierte. Das alle sind ja Dinge, denen man in Deutschland nicht gerade jeden Tag begegnet, daher waren wir dementsprechend fasziniert und haben Tonnen an Fotos geschossen. Die unglaubliche Landschaft war zu dem noch in wunderschönes Sonnenlicht getaucht, was zu einem bombastischen Farbspiel der Natur geführt hat. Nach einem Tässchen Kaffee und ein bisschen Geplaudere mit den Whites ging es dann , bei einem richtig dramatischen Sonnenuntergang zurück nach Calgary, wo wir uns mit Scottie (dem jüngsten White-Sprössling) zum Essen getroffen haben. Es ging ins Cheesecake-Cafe, wo es neben unzähligen und riesigen Käsekuchen auch warmes Essen gab-sehr sehr lecker. Und unser lieber Hostdad Martin hat auch noch für uns bezahlt und meinte, wenn wir einen guten Job hier fänden dürften wir ihn auch mal zum Essen einladen: Martin, es wird uns eine Ehre sein ;)
Später saßen wir noch ein wenig zusammen und haben den Abend ganz ruhig ausklingen lassen.
*ab ins Bett*
Gestern haben wir ganz schön lang geschlafen und mittags hat uns Martin dann zum Chinook-Centre, einem der größten Malls hier in Calgary gefahren. Dort haben wir alle Geschäfte unsicher gemacht, eine CD gekauft und ein kleines Outfit für little Louise (Baby der Brasilianer) gefunden, die wahrscheinlich in der nächsten Woche auf die Welt kommt- wir sind ja sooooooooo... gespannt. Endlich jemand, der sich hier noch weniger auskennt als wir ;) Wir haben auch schon unsere Babysitterdienste angeboten. Gestern Abend haben wir dann um 9 erstmal noch gekocht und beim Essen Armageddon geguckt......und Rotz und Wasser geheult, denn auf Englisch sind die Filme immer noch viel emotionsgeladener!!!
*ab ins Bett*
Heute haben wir noch länger geschlafen als gestern-wir sind hier immer so unglaublich müde. Nachdem wir alle Neuigkeiten gepostet haben, geht es nachher zur Kinderklinik, wo wir mit einigen anderen freiwilligen Helfern für die Familien der kleinen Patienten kochen. Neben der Klinik gibt es nämlich ein extra Wohnheim, wo die Familien dann untergebracht werden können wenn ihre Kinder stationär aufgenommen werden. Claire meinte, dass die ein oder anderen ganz schön schlimme Geschichten zu erzählen hätten und somit agieren wir heute nicht nur als Köche, sondern auch als Zuhörer und vielleicht auch als Trostspender.
So stellt uns hier jeder Tag vor große neue Aufgaben, die wir mit Freude zu bewältigen versuchen.
Hoffentlich seid ihr Zuhause nicht allzu sehr im Stress und könnt so wie wir, auch einfach mal genießen.
Best wishes, eure Jule
Samstag, 17. Oktober 2009
Unser Hostdad Martin war ganz schön beeindruckt von uns, dass wir heute schon alle Sorten Schokolade auswendig konnten und es wurde gemunkelt, dass wir den Eindruck machen als ob wir seit zehn Jahren nichts anderes machen als diese traumhafte belgische Schokolade an den Mann (oder in der Überzahl an die Frau) zu bringen. Wir wurden folglich mit Lob und Dank überschüttet, was uns natürlich überaus fröhlich stimmte.
So haben wir den ganzen lieben langen Tag vor uns hin gegrinst und der hübsche Eisverkäufer neben uns tat es uns gleich. Darauf hin wurden wir leicht nervös und nahmen die Farbe seines Blutorangeneises an....also schnell noch ein Wein und ´ne Schokolade oben drauf... das beruhigt ungemein. Sogar Lieschen, die eigentlich keinen Alkohol trinkt, ist heute schwach geworden...allerdings nicht nur beim Wein..... (Hoffentlich zwingt sie mich jetzt nicht auszuziehen ;))
So jetzt wird es langsam Zeit für uns....wir haben schließlich noch eine ganze Tüte Pralinen hier stehen..nicht, dass die noch schlecht werden. Auf die Fotos vom Festival müsst ihr noch etwas warten-
wir suchen bei dem Bildbearbeitungsprogramm immer noch den Schlankmachmodus.
Einen dicken, süßen, karamelligen, buttercremigen, gesalzene butterigen, rumigen, haselnussigen und in erster Linie schokoladigen Kuss an unsere treuen Leser in good old Germany.
Freitag, 16. Oktober 2009
wir sind kaum zwei Wochen hier und schon total "busy". Die Erlebnisse überschlagen sich und wir kommen kaum hinterher, euch immer auf dem Laufenden zu halten. Über unser tolles letztes Wochenende hatten wir ja schon berichtet.
Am Dienstag haben wir uns erstmal ein wenig erholt... am Mittwoch wurden wir dann wieder aktiv. Und ich kann euch sagen, nach dem Aufstehen haben wir haben nicht schlecht gestaunt als wir die Gardinen aufgezogen haben und unser ganzer Vorgarten, kurz gesagt ganz Calgary im tiefen Schnee versunken war. Es war traumhaft und hat nicht lange gedauert, bis Lieschen und Julchen sich im Winter Wonderland vergnügt haben. Vorallem war es sehr spannend zu beobachten, wie sich alle Autos ohne Winterreifen versucht haben, einen Weg durch den Schnee zu bahnen. Die Calgarianer waren maßlos überfordert und auf den Straßen herrschte das absolute Chaos. Nichts desto trotz haben wir uns auf Jobsuche begeben und haben uns bei Coop, Blockbuster Video und Tim Hortons beworben. Anschließend sind wir mit Martin im Mini (auch ohne Winterreifen) zu Ghislaine ins Schokoladengeschäft geschliddert. Sie hat uns dann angeboten, sie zum Flughafen zu begleiten, um eine neue Schokoladenlieferung aus Belgien in Empfang zu nehmen. Wir waren natürlich sofort dabei, allerdings waren wir uns unserer Entscheidung nicht mehr so sicher, als wir ihr Auto gesehen haben. Ein uralter Van mit quietschenden Scheibenwischern, die Windschutzscheibe von einer bis zur anderen Seite gerissen und zudem darf dieses Auto nicht schneller fahren als 80kmh weil es sonst in seine Einzelteile zerfällt- ganz schön gruselig. Zudem war eigentlich gar nicht genug Platz für Lieschen und mich- der wurde dann aber geschaffen und ich saß auf der Rückbank zwischen Bergen von Schokolade: Nicht das schlechteste Gefühl muss ich sagen ;) Das war allerdings noch bevor wir die 80 Kilogramm Schokolade am Flughafen abgeholt haben. So ging es erstmal zum Zoll, dann zum Cargo am Flughafen, wo dann ein Stapler die Schokolade samt Verpackungsmaterialien in unser Auto verladen hat. Was das heißt könnt ihr euch denken: 80 Kilo mehr Schokolade und nur noch wenig Platz für uns...im Grunde zu wenig um noch ein Foto von uns zu machen (deshalb müsst ihr darauf diesmal verzichten). Weiter ging es zum BMO Center, wo heute und morgen das große "Rocky Mountain Wine & Food Festival" stattfindet. Dort haben wir dann einen Großteil der Schokolade abgeladen und den Stand bezogen, für den wir dieses Wochenende arbeiten: Unsere Aufgabe dort wird es sein, rund 6.000 Schokoladen zu verteilen. Zurück im Schokoladengeschäft durften wir uns als Belohnung einmal durch den ganzen Laden naschen und auf die ganzen Pralinen gab es dann noch eine "spiced hot chocolate" oben drauf. Dann haben wir uns noch schnell bei Starbucks und im Bücherladen beworben und ab ging es nach Hause. Gestern haben wir uns dann zum Southcentre Mall, einem sehr modernen Shoppingcentre mit vielen potentiellen Arbeitsplätzen aufgemacht. Dort haben wir bei "The Bay" ´ne Bewerbung abgegeben und uns bei "Gap" blicken lassen (die Bewerbung war allerdings online und hat uns gestern Abend ungefähr noch 2 Stunden gekostet). Auf dem Rückweg nach Hause sind wir dann nochmal in der Videothek vorbei, wo wir schon ein "prescreening", also quasi ein Vorvorstellungsgespräch hatten. Jetzt heißt es warten, ob wir irgendwo einen Job bekommen. Das wär schon ganz schön toll (wobei Gap unser heimlicher Favorit ist). Nach einem ausgedehnten Frühstück heute Morgen machen wir uns gleich ein wenig chic und um 3 treffen wir uns bei Ghislaine, um 4 ist dann Arbeitsbeginn bis 10 Uhr heut Abend. Morgen geht es schon um 3 Uhr los...also viel zu tun. Am Sonntag fahren wir dann mit Claire& Martin, Quarry und Petra nach Glennifer, wo die Whites einen großen Wohnwagen besitzen, den wir dann winterfest machen. Bei hoffentlich schönem Wetter werden wir die Umgebung dort genießen und das anstrengende Wochenende im Wilden Westen ganz ruhig ausklingen lassen. Also drückt uns die Daumen, dass wir vielleicht nächste Woche schon eine Arbeit in Calgary haben, um uns den Spaß hier auch leisten zu können.
So ihr Lieben, jetzt müssen wir mal nach unserer Wäsche schauen.....an was man nicht alles denken muss als Hausfrau ;)
Sonnige Grüße nach Siegen
Eure Jule
Dienstag, 13. Oktober 2009
Türkisblaues, teils in verschieden Schichten gefrorenes Wasser und Wasserfälle, die sich ihren Weg durch die Felswände des Canyons bahnen. Das Farbspiel dort war beeindruckend und die Kälte durch den strahlenden Sonnenschein erträglich. Gestärkt durch ein Picknick in der Eiseskälte sind wir dann 11 km durch den Canyon gelaufen, bis wir bei den Ink Pots ankamen. Dort sprudelt an ganz vielen Stellen 4 Grad kaltes Wasser aus der Erde und die Indianer gewinnen daraus die Ocker-Farbe für ihre Gesichtsmalerei. Also nicht nur optisch sondern auch kulturell ein gewinnbringender Ausflug. Zum krönenden Abschluss ging es dann noch mit Claire, Martin, Gilaine, Jan, Peter und Shila zum Essen in ein tolles Restaurant in Canmore. Bei Kaminfeuer, indianischem Brot zur Vorspeise und Elchfleisch haben wir den Tag dann ausklingen lassen, bevor wir hundemüde in unsere kuscheligen Betten fielen.
Achso, bevor ich es vergesse: Freitag und Samstag sind Lisa und ich Hostessen für das Schokoladengeschäft auf einer riesigen Messe (mit 4.000 Ausstellern und 60.000 erwarteten Besuchern) hier in Calgary. Mal schauen, was wir da so ergattern können... auf jeden Fall viele neue Kontakte. So gleich gehts mal raus in den Schnee und auf Jobsuche, die hoffentlich erfolgreich endet. Ganz viele kalte Schneeflöckchengrüße aus Calgary
Jule



