Mittwoch, 27. Januar 2010

Nach einem kurzen aber sehr schönen Geburtstagsgespräch mit meiner lieben Ker in Deutschland dachte ich, es wäre mal wieder an der Zeit, den Blog auf den neusten Stand zu bringen.
Die letzte Woche haben wir ziemlich viel gearbeitet- sozusagen der Endspurt des Geld Eintreibens. Am Sonntag hatten wir dann schließlich nochmal gemeinsam frei und haben den Tag genutzt, um die Hochzeitsmesse hier in Calgary unsicher zu machen und "Nein, es gibt nichts, was ihr wissen müsstet". Wir wollten uns einfach nur mal so umschauen. Am Eingang wurden dann Aufkleber verteilt "Bride oder Mother of the Bride" und da wir für eine Braut-Mutter noch ein wenig jung aussehen, haben wir uns halt einen Braut-Aufkleber geben lassen ;) Hätten wir gewusst, was wir damit anrichten: Wir wurden an jedem Stand ausgequetscht, wann und wo unsere Hochzeit denn stattfindet. So nahm das Spektakel seinen Lauf- also, unsere Freunde sind am Weihnachten beide hier hin geflogen, um uns einen Antrag zu machen. Wir haben natürlich "Ja" gesagt. Uns so kommt es, dass Lisa in 2 Jahren ihren Jake Miller (existiert nicht) in Deutschland heiratet und ich bin schon nächstes Jahr reif *hahaha* ach ja, wir haben leider auch schon die Musik gebucht und nein Essen wollen wir auch nicht hier in Calgary bestellen, da der Weg nach Deutschland zu weit ist. Dann haben wir einen Fotografen gefunden, der natürlich um die ganze Welt fliegt und sich schon freut, mal nach Deutschland zu kommen. Bei der Modenschau ging es dann richtig heiß her- die Bräutigam-Models haben die wildesten Tänze hingelegt und das weibliche Publikum war ausser sich vor Freude. Anprobieren konnte man leider nur Schleier, das haben wir uns natürlich nicht zweimal sagen lassen ;) Was für ein aufregender Tag. Als wir abends mit einer riesen Tasche voller Süßigkeiten, Pröbchen und Prospekte nach Hause kamen meinte Martin, ob wir denn schon wieder Einkaufen gewesen wären. Wir haben dann gesagt, wo wir waren und dann meinte er "na Julia, willst du heiraten? Also vielleicht, irgendwann?" Und dann hat er wieder so witzig gegrinst. Dann hab ich gesagt "Ja, vielleicht irgendwann" ;) Dann haben wir uns schnell nach unten verzogen.
Montag hab ich dann mit meinem lieben Geburtstagskind Daniel geskypt. Liesl lag noch im Bett, doch plötzlich kam sie rein gerannt und meinte "Hier ist was passiert, oben hat gerade jemand gebrüllt: Verschwinde oder ich rufe dir Polizei". Also hab ich Daniel einen Moment alleine gelassen und Liesl und ich sind mit dem Telefon bewaffnet hoch geschlichen und ihr glaubt nicht, was uns da erwartete.....
Nichts *hihi* Martin lag seelenruhig in seinem Bett und auch sonst war alles friedlich. Lisa fing sofort an, stark an sich zu zweifeln. Doch dann fuhr wirklich die Polizei vor. Allerdings bei unserem Nachbarn. Lisa hat am Fenster gelauscht und mitbekommen, dass die Polizei nun einen Mann sucht. Aber wer tut das nicht....
Dann gibt es Neuigkeiten aus Second Cup. Wir haben erfolgreich unser Online-Training abgeschlossen und bekommen nun ein Zertifikat, dass wir Sales Associates sind. Zu allem Überfluß wurde jetzt eine Neue eingestellt, die uns in Zukunft ersetzen soll. Schon alleine diese Tatsache hat dazu geführt, dass sie bei unseren Kollegen nicht besonders beliebt ist. Die halten uns nämlich jetzt jeden Tag Vorträge, warum wir besser hier bleiben sollten. Unsere stellvertretende Managerin meinte jetzt einen Tag zu mir: "Julia, ich muss mal mit dir sprechen. Also, hier will keiner, dass ihr geht und ihr wollt doch auch nicht gehen- dann bleibt einfach hier." Und gestern stand ich meiner Kollegin beim Putzen im Weg und dann hab ich gesagt, dass es mir leid tut, dass ich schon wieder in ihrem Weg stehe, aber, dass wir ja bald weg sind und dann meinte sie:" ich will aber, dass Lisa und du mir weiterhin im Weg steht". Die sind echt toll und werden uns schwer fehlen.
Liesl muss noch 6 und ich noch 5 mal arbeiten, dann war es das mit unserer Karriere bei SC. Aber schön wars. Am Donnerstag gehts zum Karaoke, Freitag sind wir bei unserer Kollegin zu einer Kosmetik-Party eingeladen, dann steht noch Sam´s Geburtstag an, am 11. Februar gehen wir mit Martin und Claire auf den Tower zum Essen, am 15.02. ist Family Day und da wollen wir gerne nach Drumheller, für den 16.02 haben wir Karten fürs Eishockey, am 21.02. hat Cris Geburtstag, am 26.02. gehen wir zu Claire´s Theaterstück und am 28.02. heißt es ja schon Abschied nehmen. Also, unser Terminplan ist ziemlich voll.
Vorgestern haben wir dann unsere Weiterreise geplant. Unsere Flüge, Busse und Hostels in San Francisco, LA und New York sind gebucht und unser Nachmieter aus Brasilien sitzt auch schon auf gepackten Koffern. Langsam wird es also ernst. Martin meinte gestern, er wär ja so froh, dass sofort wieder jemand einzieht, denn sie hätten Angst, ihr Leben so ganz alleine fortzusetzen. Und dann sagte Claire, umso schneller ihr abreist, desto schneller seid ihr auch wieder da. Darauf Martin "ja, ihr müsst wieder kommen, ihr kommt doch wieder, oder? Versprecht es uns"
Das macht den Abschied nicht gerade einfacher, aber wir sind dankbar für die Zeit hier.
So, jetzt bin ich ganz aus der Puste und mehr fällt mir auch nicht ein.
Aber ich sende noch schnell viele Grüße an meine lieben Urlauber in der Sonne und an alle in Deutschland im Schnee versunkenen.
Ich hab euch lieb
Eure Jule

Mittwoch, 20. Januar 2010

Bei Gelegenheit schaut auch mal hier vorbei:

vancouver2010.com






Calgary steht in Flammen

...dazu später mehr. Erstmal muss ich noch ein wenig was von letzter Woche nachholen.
Letzten Freitag hatten wir beide auf der Arbeit frei uns haben uns entschieden, die Ausstellung "Real Life" von Ron Mueck im Glenbow Museum anzuschauen. Das war ziemlich beeindruckend- Herr Mueck macht nämlich riesige Skulpturen aus Fiberglas, die unglaublich echt aussehen. Besonders umgehauen haben uns ein enorm großes neugeborenes Baby und eine winzig kleine sterbende alte Frau. Ron Mueck greift die verschiedenen Lebensphasen auf und beschäftigt sich besonders mit dem Eingang und Ausgang vom Menschen in und aus dieser Welt-wirklich toll. Das Museum war insgesamt ganz schön super. Was Lisa und mir besonders gefallen hat war der Activity Room, der eigentlich mehr für Kinder gedacht ist. Dort kann man nach Lust und Laune künstlerische Materialien ausprobieren und seiner Kreativität freien Lauf lassen. Das haben wir dann auch stundenlang gemacht, mit dem Ergebnis, dass wir ein kleines selbstgestaltetes Büchlein als Erinnerung mit nach Hause nehmen konnten. Danach gings zum Milestones einen kleinen Happen essen, bevor wir unserer romantischen Ader nachgaben und im Kino die Romantik-Komödie "Leap Year" geschaut haben. Ein so schöner Film mit so schlechter deutscher Übersetzung (Eine Verlobung mit Hindernissen). Er ist aber unabhängig von der Sprache absolut sehenswert. Ach, was für ein schöner Tag....
Die folgenden Tage hieß es dann wieder arbeiten, arbeiten, arbeiten. Als wir am Montag dann nochmal gemeinsam frei hatten, haben wir die Gelegenheit genutzt, um nochmal ein wenig bei unserem Lieblings-Supermarkt Coop Lebensmittel zu shoppen. Anschließend ging es dann nach Downtown und jetzt kommt der Teil mit den Flammen ;)
Das olympische Feuer hat uns nämlich erreicht und wenigstens emotional ganz Calgary in Brand gesetzt. Es fand nämlich dem Feuer zu Ehren eine riesen Veranstaltung am Olympic Plaza statt, da ja alle Calgarianer froh waren, das olympische Feuer endlich nochmal hier begrüßen zu dürfen. Dazu hatten sich laut Zeitung 20.000 Menschen eingefunden. Es wurden jede Menge kleiner Freebees verteilt (kleine Olympiaanstecker, Fahnen, Coca Cola Flaschen aus der Olympia-Sonderedition etc.), da haben wir uns dann die Taschen vollgemacht, uns dann durch die Menge gedrängelt um einen guten Fotoplatz an der Absperrung zu ergattern und schließlich haben wir uns auch noch bis an den Rand der Bühne durchgekämpft, wo im Fackelschein des olympischen Feuer eine kanadische Country-Sängerin fröhlich vor sich hin geträllert hat. Die Veranstaltung wurde von einem tollen Feuerwerk untermalt und es war eine super Stimmung (und das ohne den Verkauf von alkoholischen Getränken und ohne Prügeleien). Dann haben wir uns noch in den kanadischen Olympiabob geschmissen und ein Autogramm von einem kanadischen Pentathleten eingefahren. Es war eine friedliche Veranstaltung, die Calgary ganz schön Leben eingehaucht hat und sogar der Calgary Tower wurde zur riesen Fackel umfunktioniert. Hoffentlich werden die olympischen Winterspiele ein ebenso harmonisches und erwärmendes Event.....
denn das Böse lauert schon an den Toren der Stadt: Vor der Torch Relay in Downtown waren wir ja wie gesagt noch einkaufen. Als wir dann abends nach Hause kamen und die Nachrichten schauten, traf uns dann fast der Schlag. Kurz nachdem wir den Coop verlassen hatten wurde der für 6 Stunden komplett geschlossen, weil seit einer Woche irgendwelche Spinner heimlich alle möglichen Lebensmittel mit kleinen Metallsplittern versehen haben. Jetzt müssen wir unsere ganzen Lebensmittel zurückbringen und das, wo unser Kühlschrank endlich mal gut bürgerlich aussah ;) Zudem ist vor zwei Tagen ein 17-jähriges Mädchen von ihrem Stifvater ermordet und in seiner Wohnzimmer-Couch versteckt worden. Die Tante, die wiederum unseren Chef kennt hat sie dann gestern gefunden. Wir waren sehr geschockt. Dann ist noch ein Mord passiert aber die Leiche wurde noch nicht gefunden. Zu alledem überschattet immer noch das Erdbeben von Haiti das Tagesgeschehen hier in Kanada und bestimmt auf der ganzen Welt. Es laufen zahlreiche Spendenaktionen - unter den Opfer befinden sich auch ein paar tausend Kanadier.
Wie dankbar können wir bei all diesen Grausamkeiten sein, dass es uns hier so gut ergeht. Deswegen beginnen wir jeden neuen Tag mit frohem Mut und versuchen stets ein Lächeln in die Welt zu tragen.
Herzliche Grüße nach Deutschland
Eure Jule

Mittwoch, 13. Januar 2010

Guten Morgen Deutschland,

da Lieschen am Arbeiten ist, dachte ich, ich widme mich mal wieder meinem Blog. Viel Neues gibt es eigentlich nicht, aber was solls. Eben habe ich schon mit Zuhause telefoniert und Mama hat mich auf ein Steak eingeladen. Leider ist der Weg für ein Steak zu weit, es wäre bestimmt schon eiskalt bis ich daheim wär (aber es klang schon sehr verlockend).
Gestern als ich fertig mit Arbeiten war, sind Lieschen und ich noch Schwimmen gegangen. Wir haben 20 Runden gedreht- das hört sich jetzt erst mal nicht so schlimm an, aber was sagt ihr wenn ich euch erzähle, dass wir 20 Runden im Wellenbad gedreht haben??? Ja, wir arbeiten hier schwer an unserer Figur ;) hahaha. Ob ihr uns überhaupt noch wieder erkennt, wenn wir am Flughafen stehen. Wenn nicht, fliegen wir halt wieder zurück. Ach Quatsch-wir sind doch froh, wenn wir euch endlich wieder haben.
Aber uns ergeht es echt so gut hier. Wir lernen immer mehr nette Leute kennen und sogar unsere Kunden aus Second Cup offenbaren uns jetzt schon, wie sehr sie uns vermissen werden-schon goldig. Ja, unsere Zeit dort geht langsam aufs Ende zu. Nur noch 25 Tage dann läuft unser Vertrag aus und dann haben wir noch 22 Tage ohne Arbeit, um uns langsam von unserem kanadischen Zuhause zu verabschieden. Wie schnell die Zeit vergeht...
Aber das Kapitel "Kanada 09/10" wird definitiv immer eines der absoluten Höhepunkte unseres Lebens bleiben und hat bei uns schon längst Geschichte geschrieben. Ich hoffe, etwas von der Herzlichkeit, Leichtigkeit und Lebensfreude mit der uns hier begegnet wurde, mit nach Deutschland bringen zu können. Wir haben uns schon oft darüber unterhalten, wie uns Menschen, die wir überhaupt nicht kannten und die uns nicht kannten so liebevoll bei sich aufnehmen und uns ohne Wenn und Aber ein Teil ihrer Familie werden lassen konnten. Deswegen sprechen wir nicht umsonst von unseren kanadischen Eltern. Das sind sie nämlich wirklich. Wie schön soweit von Zuhause noch eine Familie zu haben ;) Was kann einem da schon passieren. Der Abschied von hier wird uns dementsprechend schwer fallen, aber diese Erfahrung hat unser Leben sehr bereichert und wir kommen wieder, das steht ausser Frage. Ich wünsche mir, dass noch viele die Erfahrung machen können, einmal in ihrem Leben bei den Whites zu wohnen.
Also Claire und Martin, sollte euer Deutsch irgendwann mal so gut sein, dass ihr das hier lesen könnt: "Ihr seid die Besten" ;)
Ich hoffe, ihr seid jetzt nicht zu genervt von meinen emotionalen Ausschweifungen, aber die beiden sind wirklich Menschen, die man sich zum Vorbild nehmen sollte und zwar nicht nur Lisa und ich, sondern jeder Einzelne von uns und euch da draußen ;) dann würde sich das menschliche Miteinander um einiges einfacher gestalten.
Wie ihr seht hätten wir es besser nicht antreffen können und wer hat schon das große Glück in Sachen "Familie" gleich zweimal den Sechser im Lotto zu ziehen!?!
In diesem Sinne- Danke, dass es euch gibt!
Ich hab euch lieb und ihr fehlt mir.

Jule

P.S.: Ein ganz besonderer Gruß gilt heute
1. all den Krankheitsfällen Zuhause-Gute Besserung euch allen
2. Klein Josi und meinem kleinen Paulchen

Montag, 11. Januar 2010


Das hübsche Geburtstagskind (36 Jahre)


Klein Louise Marie bei Lisa...


...und mir am Kuscheln
Ein fröhliches Hallo nach Deutschland, das zur Zeit offensichtlich im Schnee versinkt!
Ich hoffe ihr seid noch nicht eingeschneit und von dem schlimmen Wetter verschont geblieben. Bei uns sind es im Moment acht Grad über Null also fast schon frühlingshafte Temperaturen.
Was gibt es Neues, lasst mich mal überlegen.
Also erstmal habe ich eine Nachricht aus Deutschland für euch. Mein Cousinchen Irina hat ein Baby bekommen. Die kleine Maus heißt soweit ich weiß Alia Josephine (für die Rechtschreibung übernehme ich an dieser Stelle keine Haftung) und was das Wichtigste ist-sie ist gesund und wohl auf genau wie Irina. Ich bin ja schon so gespannt sie endlich kennen zu lernen, aber das muss wohl noch ein wenig warten.
Wir waren hier auch wieder auf Babybesuch, Lisa (die Brasilianierin) hatte uns nämlich am Samstag auf ihren Geburtstag eingeladen. Es war ein toller Abend mit vielen interessanten Leuten und Liesl und ich haben die ganze Zeit die kleine Louise hin und her gereicht. Die hat die ganze Zeit ganz unbeeindruckt auf unserem Arm geschlafen. Am liebsten würden wir die Kleine mit nach Deutschland bringen, aber ich glaube ihre Eltern lassen sie um keinen Preis mehr los.
Damit ihr unsere Faszination teilen könnt, folgen nun ein paar Fotos.
Lasst es euch gut gehen
Eure Jule

Freitag, 8. Januar 2010

Ein müdes Hallo nach Deutschland.
Ich sitze gerade in meiner Pause bei Second Cup und bin ganz schön geschafft. Hier war Einiges los heute morgen und ich habe noch zwei Stunden vor mir. Aber jetzt nutze ich erstmal die paar Minuten, um euch auf den neusten Stand zu bringen. Also....
Zwei Tage bevor Daniel uns verlassen hat, haben wir mit Claire und Martin und noch zehn anderen Freunden ein weiteres Weihnachtsfest gefeiert. Diesmal haben wir für alle gekocht und es hat alles super geklappt. Die Leute waren alle sehr begeistert von unseren Kochkünsten. Klein Louise war auch wieder da- sie ist ja so goldig.
Wir haben also schwer gefeiert und Martin und Claire ein selbstgemachtes Bilderalbum über unsere bisherige Zeit hier geschenkt. Sie haben sich sehr gefreut und wir uns mit. Wir haben natürlich auch wieder abgestaubt und sogar Daniel hat etwas von unseren lieben Gasteltern bekommen. Den Tag nach unserer Party haben wir uns ausgeruht und für Daniel hieß es packen. Zudem sollte er auch noch einen Koffer von mir mit nach Hause nehmen. Am 5. Januar war es dann so weit-wir mussten Daniel zum Flughafen bringen. Wir haben noch eine Stunde mit ihm dort gewartet, bevor wir uns schweren Herzens verabschiedet haben. Wir haben wirklich eine unglaublich tolle gemeinsame Zeit hier verbracht, die uns wohl ewig in Erinnerung bleiben wird und von der wir unseren Kindern noch erzählen werden :) Keine Panik-das hat noch Zeit *HIHI* Ne, es war wirklich traumhaft umd deswegen planen wir auch schon unseren Urlaub 2012 hier her. Die Wohnung ist auch schon gebucht.
Jetzt aber nochmal zurück zum Flughafen-wir haben uns also verabschiedet und Lisa ist zurück gefahren. Die Straßen waren mal wieder total vereist und es reihte sich ein Unfall an den nächsten. Wir sind zwischenzeitlich ganz schön in Panik geraten, aber Liesl hat uns schließlich nach 3 Stunden sicher in der Brabourne Road geparkt.
Ich sage euch- das ist ein echtes Erlebnis hier Auto zu fahren.
So jetzt muss ich mal wieder an die Arbeit- ich melde mich wieder
Eure Jule

Montag, 4. Januar 2010


lecko mio...


Blick über die Canadian Rockies


truly, madly, deeply

Prost Neujahr!

Lisa hat alles fest im Griff
Am 31. Dezember , nachdem Lisa fertig war mit Arbeiten ging es nach Banff, wo wir ins neue Jahr feiern wollten. Hier in Calgary waren die Straßen mal wieder ziemlich vereist und die Autofahrt etwas problematisch. Aber je mehr wir uns Banff näherten, desto besser wurde das Wetter. Das Hotel, das wir ausgesucht hatten war wieder echt super und abends gings in die Spaghetti Factory zum Essen. Danach sind wir ein wenig durch die Stadt geschlendert, haben im Hotel ein gratis Gläschen Sekt getrunken und um 0.00 Uhr dann mit vielen Menschen aus aller Welt und einem Feuerwerk vor den Rockies das neue Jahr begrüßt. Danach sind wir nochmal auf die Hotel-Silvester-Party zurück und schon um halb zwei gings ins Bett, da am 01.01.2010 früh aufstehen angesagt war.
Um sechs Uhr in der Frühe klingelte der Wecker und eingepackt in dicke Skiklamotten wurden wir dann zu unserer Husky-Schlittentour abgeholt. Ja, ihr habt richtig gelesen ;)
Wir wurden von einem Buschen vom Hotel nach Canmore gebracht, wo dann erstmal unsere Kleidung kontrolliert wurde. Dann ging es hoch in die Berge. Direkt an der Straße lagen zwei riesige Elche und der arme Junge vor uns wurde mit der Zeit etwas reisekrank und hat allerlei Papiertüten mit seinem verdauten Frühstück gefüllt: Hhm nam nam....
Am Berg angekommen warteten schon ungefähr 15 Huskyschlitten auf uns und die Hunde waren alle so knuddelig. Dann hat ein Mann uns ein wenig erklärt, was man so über Huskys wissen muss, bevor uns eröffnet wurde, dass wir die Schlitten ganz alleine fahren müssen-wie aufregend. Also haben wir uns schnell die Kommandos: Hike up puppies (los geht´s Hündchen), Easy puppies easy (langsam Hündchen langsam), woah (stop) und on by (einfach weiterlaufen) angeeignet und schon wurden Daniel und ich vorne in den Schlitten gepackt, während Lisa hinten drauf stand, quasi als Chaffeur. Das war ein Erlebnis, besonders wenn die kleinen Puppies mal GROß mussten. Die haben nämlich einfach während der Fahrt fallen lassen und dann musste die ganze Schlittenkolonne anhalten. So haben wir die ersten 15 Minuten meistens anhalten müssen und gestunken hat´s (die werden nämlich nur mit rohem Fleisch gefüttert). Was auch ganz schön anstrengend war, war die Tatsache, dass man Berg hoch immer abspringen und schieben musste, weil sonst die Hunde einfach stehen bleiben und dich blöd angucken. Vorallem Lisa hatte Berg hoch viel zu tun mit uns zwei Schwergewichten vorne drin ;) Doch mit ihr als Fahrer ging es richtig rund. Auf der Hälfte wurden dann Fahrer getauscht: Lisa durfte vorne ins Körbchen hüpfen, Daniel und ich hinten ans Steuer. Das hat soviel Spaß gemacht, das kann man gar nicht sagen. Wenn man dann anhielt musste man immer jeden einzelnen Hund loben, sonst sind die nämlich ganz schnell eingeschnappt und dann hat man schlechte Karten. Einer Frau wurde das alles zuviel- sie ist kollabiert. Sie wurde dann mit dem Schneemobil abgeholt. Anschließend an die Tour gab es noch Cookies und Apfelpunsch am Lagerfeuer und Lisa hat noch ein Foto von unserem Schlittenteam ergattert. Dann ging es wieder zurück ins Hotel. Aber das war noch lange nicht alles, denn zu unserem Schlittehundepaket gehörte auch noch eine Eintrittskarte in die Banff Hot Springs (Heiße Quellen), wo wir dann abends unter freiem Himmel bei leichtem Schneefall entspannt haben. Den nächsten Morgen sind wir dann mit der Gondel auf den Sulphur Mountain gefahren (auch im Paket inklusive), wo wir bei aufgeklartem Himmel dann weit über die Rockies schauen konnten. Zudem haben Liesl und ich zwei riesengroße Lutscher am Gipfel gelutscht (Fotos folgen), um die uns alle beneidet haben. Wir wurden sogar von fremden Leuten fotografiert....
Bevor es dann zurück nach Calgary ging, sind wir dann noch rund 60km weiter in die Rockies gefahren, nämlich zum Lake Louise. An dessen Ufer steht ein riesen Hotel namens Fairmont Chateau Lake Louise. Dieses Hotel stand dann nochmal aus Eis geschnitzt auf dem zugefrorenen Lake Louise- ach wie schön ;) Ich hab dann auch mit meinem Hinternspeck gleich mal getestet, wie fest das Eis dort ist: Ich kann euch sagen-auf jeden Fall fester als mein Hinternspeck.
Schließlich haben wir uns auf den Heimweg nach Calgary gemacht, wo gerade Claire und Martin aus England eingetrudelt waren: Endlich ist die Familie wieder komplett.
Und schwups, da ist es schon das neue Jahr. Ich hoffe, dass ihr alle gut gestartet seid.
Bevor ich alles von unserem Jahreswechsel erzähle, möchte ich noch gerne das alte Jahr in Sachen Blogeinträge abschließen. Wie ihr ja alle wisst hat Daniel am 13. Dezember hier einge"checkt". Wir haben dann zunächst mal mit ihm die Gegend hier erkundet, Spaziergänge gemacht, viel eingekauft..... . Am ersten Mittwoch nach seiner Ankunft hat Ghislaine uns dann Freikarten fürs Kino gegeben und Martin, Lisa, Daniel und ich haben den Film "The Young Victoria" in einer Vorpremiere gesehen. Es hat sich gelohnt, war wirklich sehr gut. Zwischendurch musste ich Martins Händchen halten- die Liebesgeschichte hat ihn emotional nämlich sehr mitgenommen und er konnte sich die ein oder andere Träne nicht verdrücken ;) Anschließend ging es dann mal wieder ins Cheesecake Cafe, Lisa und ich haben nur Nachtisch gegessen.
Dann brauchten wir natürlich auch noch einen Weihnachtsbaum. Also ging es mit unserem MINI zu COOP, wo draußen jede Menge Bäume verkauft wurden. Aber fragt nicht, was für welche: Es gab zwei Meter große Bäume mit drei Ästen, schiefe Tanne, die mit der Spitze den Boden berühren konnten, irgendwelche buschigen Gestalten, die mit Weihnachtsbaum nur wenig zu tun hatten und so weiter und so fort. Dann gab es aber auch noch eine Gattung an Bäumen, die unserem kritischen deutschen Auge beliebte: Die "Fraser Fir" Tannen. Wir haben dann versucht klar zu machen, dass wir den kleinsten Baum wollen, den sie haben. Das Ende vom Lied war schließlich ein ungefähr 2 Meter großes Bäumchen, das Lisa und ich dann zum Auto tragen mussten, während Daniel Instruktionen gegeben hat, wie ein Baum dieser Größe am Besten in einen MINI passt: Nämlich gar nicht-nur mit Kofferraum offen. Also hat Lisa es sich mit dem Baum auf der Rückbank gemütlich gemacht und wir sind schnellstens nach Hause gedüst. Danach ging es zu Walmart, um noch einen optimalen Ständer für unsere wunderbare Tanne zu finden. Gesagt, getan. Dort haben wir auch noch ein paar Kugeln geshoppt. Wieder Zuhause angekommen haben wir das Viech nach unten geschleppt und im Wohnzimmer aufgestellt, um ihm die bestmögliche Entfaltung zu gewähren. Den nächsten Tag war es dann so weit, das Bäumchen wurde nach Lust und Laune in lila, schwarz und silber geschmückt. Die krumme Spitze haben wir mit einer silbernen Schleife gerichtet und letztendlich sah unser Weihnachtsbaum ganz ansehnlich aus. Bilder habt ihr ja schon geschaut, wohl?
Den darauf folgenden Sonntag ging es dann nach Edmonton zum größten Shopping Mall Nordamerikas- ganz schön beeindruckend. Natürlich waren wir dort schnäppchentechnisch auch wieder erfolgreich. Unser 2-Sterne Hotel war auch ein voller Erfolg und lag direkt gegenüber von einem Eingang der Mall, also Top-Lage. Die Nacht war etwas unruhig, denn Lisa hatte wilde Träume. Sie hat uns leise im Schlaf: "Jude Law- Edmonton Mall" zugeflüstert. Details wurden uns verschwiegen. Die Rückfahrt war dann alles andere als gut. Es hatte ziemlich geschneit und wir sind mit dem MINI von einer auf die andere Seite des Highways geschlittert. Es waren unzählig viele Unfälle wegen Glatteis und nichts desto trotz wurden wir ständig von riesengroßen Trucks überholt, von denen wir einen später ziemlich demoliert im Graben wiedergesehen haben und die Fahrbahn war von zwölf Polizeiautos abgesperrt. Es war ein Horrortrip nach Hause und wir waren so froh gesund und munter angekommen zu sein. Martin konnte seine Erleichterung auch nicht verbergen und hat uns herzlich willkommen geheißen.
Dienstags ging es dann mit einigen Kollegen von SC zum Bingo und Molly meinte nachher es gäb nichts, was ein Mädchen glücklicher machen würde als die Kombination: Deutsche, Bingo und Bier. Es war ein echt witziger Abend, aber Lisa hat es wieder übertrieben. Sie war so gierig auf Molly´s Bingo Wings, dass sie doch glatt den Knochen mit verschluckt hat und danach größte Bedenken hatte, von innen aufgeschlitzt zu werden. Aber ich kann euch beruhigen, es ist nochmal gut gegangen. Wo der Knochen jetzt ist, wissen wir nicht- er hat sich wohl selbst zerstört.
Von Weihnachten hatte ich ja schon berichtet, die lustigste Story hab ich allerdings vergessen. Am 25. Dezember wollte Daniel noch ein wenig joggen gehen und hat angeboten, Petra mitzunehmen. Martin hat ihm noch den Weg erklärt und los gings. Nach drei Stunden haben Lisa und ich uns etwas Sorgen gemacht, denn die zwei waren noch immer unterwegs und wir waren je schließlich auch noch zum Essen eingeladen. Schließlich kam er angehechelt: Zunächst hatte er sich verlaufen und war eine Stunde in die falsche Richtung gelaufen und dann musste er eine Straße überqueren: Er ist stehen geblieben-Petra ist weitergelaufen und hat ihn auf dem Boden über die Straße gezogen. Bis auf einige blaue Flecken und einer Schürfwunde ging es ihm aber gut. Nur die arme Petra hat vor lauter Erschöpfung den ganzen Tag nur noch geschlafen ;)
Nach den ganzen Weihnachtsfestivitäten, sind wir am 27. zum Bow River gefahren, der war komplett zugefroren. Dort sind auch die Eisbilder entstanden. Anschließend ging es rauf auf den Calgary Tower, wo wir im 360 Grad Restaurant dinniert haben. Das Tolle daran ist, dass es ich die ganze Zeit dreht und wir nach einem traumhaften Sonnenuntergang noch die nächtliche Aussicht auf die Dächer Calgarys genießen konnten. Für den 28. hatten uns Claire und Martin Karten für eine Zaubershow im Jubilee geschenkt und neben amerikanischen und kanadischen Magiern hat uns auch ein deutscher Künstler verzaubert.
Was für eine aufregende letzte Woche des Jahres 2009 und es wird noch besser...