Montag, 4. Januar 2010

Und schwups, da ist es schon das neue Jahr. Ich hoffe, dass ihr alle gut gestartet seid.
Bevor ich alles von unserem Jahreswechsel erzähle, möchte ich noch gerne das alte Jahr in Sachen Blogeinträge abschließen. Wie ihr ja alle wisst hat Daniel am 13. Dezember hier einge"checkt". Wir haben dann zunächst mal mit ihm die Gegend hier erkundet, Spaziergänge gemacht, viel eingekauft..... . Am ersten Mittwoch nach seiner Ankunft hat Ghislaine uns dann Freikarten fürs Kino gegeben und Martin, Lisa, Daniel und ich haben den Film "The Young Victoria" in einer Vorpremiere gesehen. Es hat sich gelohnt, war wirklich sehr gut. Zwischendurch musste ich Martins Händchen halten- die Liebesgeschichte hat ihn emotional nämlich sehr mitgenommen und er konnte sich die ein oder andere Träne nicht verdrücken ;) Anschließend ging es dann mal wieder ins Cheesecake Cafe, Lisa und ich haben nur Nachtisch gegessen.
Dann brauchten wir natürlich auch noch einen Weihnachtsbaum. Also ging es mit unserem MINI zu COOP, wo draußen jede Menge Bäume verkauft wurden. Aber fragt nicht, was für welche: Es gab zwei Meter große Bäume mit drei Ästen, schiefe Tanne, die mit der Spitze den Boden berühren konnten, irgendwelche buschigen Gestalten, die mit Weihnachtsbaum nur wenig zu tun hatten und so weiter und so fort. Dann gab es aber auch noch eine Gattung an Bäumen, die unserem kritischen deutschen Auge beliebte: Die "Fraser Fir" Tannen. Wir haben dann versucht klar zu machen, dass wir den kleinsten Baum wollen, den sie haben. Das Ende vom Lied war schließlich ein ungefähr 2 Meter großes Bäumchen, das Lisa und ich dann zum Auto tragen mussten, während Daniel Instruktionen gegeben hat, wie ein Baum dieser Größe am Besten in einen MINI passt: Nämlich gar nicht-nur mit Kofferraum offen. Also hat Lisa es sich mit dem Baum auf der Rückbank gemütlich gemacht und wir sind schnellstens nach Hause gedüst. Danach ging es zu Walmart, um noch einen optimalen Ständer für unsere wunderbare Tanne zu finden. Gesagt, getan. Dort haben wir auch noch ein paar Kugeln geshoppt. Wieder Zuhause angekommen haben wir das Viech nach unten geschleppt und im Wohnzimmer aufgestellt, um ihm die bestmögliche Entfaltung zu gewähren. Den nächsten Tag war es dann so weit, das Bäumchen wurde nach Lust und Laune in lila, schwarz und silber geschmückt. Die krumme Spitze haben wir mit einer silbernen Schleife gerichtet und letztendlich sah unser Weihnachtsbaum ganz ansehnlich aus. Bilder habt ihr ja schon geschaut, wohl?
Den darauf folgenden Sonntag ging es dann nach Edmonton zum größten Shopping Mall Nordamerikas- ganz schön beeindruckend. Natürlich waren wir dort schnäppchentechnisch auch wieder erfolgreich. Unser 2-Sterne Hotel war auch ein voller Erfolg und lag direkt gegenüber von einem Eingang der Mall, also Top-Lage. Die Nacht war etwas unruhig, denn Lisa hatte wilde Träume. Sie hat uns leise im Schlaf: "Jude Law- Edmonton Mall" zugeflüstert. Details wurden uns verschwiegen. Die Rückfahrt war dann alles andere als gut. Es hatte ziemlich geschneit und wir sind mit dem MINI von einer auf die andere Seite des Highways geschlittert. Es waren unzählig viele Unfälle wegen Glatteis und nichts desto trotz wurden wir ständig von riesengroßen Trucks überholt, von denen wir einen später ziemlich demoliert im Graben wiedergesehen haben und die Fahrbahn war von zwölf Polizeiautos abgesperrt. Es war ein Horrortrip nach Hause und wir waren so froh gesund und munter angekommen zu sein. Martin konnte seine Erleichterung auch nicht verbergen und hat uns herzlich willkommen geheißen.
Dienstags ging es dann mit einigen Kollegen von SC zum Bingo und Molly meinte nachher es gäb nichts, was ein Mädchen glücklicher machen würde als die Kombination: Deutsche, Bingo und Bier. Es war ein echt witziger Abend, aber Lisa hat es wieder übertrieben. Sie war so gierig auf Molly´s Bingo Wings, dass sie doch glatt den Knochen mit verschluckt hat und danach größte Bedenken hatte, von innen aufgeschlitzt zu werden. Aber ich kann euch beruhigen, es ist nochmal gut gegangen. Wo der Knochen jetzt ist, wissen wir nicht- er hat sich wohl selbst zerstört.
Von Weihnachten hatte ich ja schon berichtet, die lustigste Story hab ich allerdings vergessen. Am 25. Dezember wollte Daniel noch ein wenig joggen gehen und hat angeboten, Petra mitzunehmen. Martin hat ihm noch den Weg erklärt und los gings. Nach drei Stunden haben Lisa und ich uns etwas Sorgen gemacht, denn die zwei waren noch immer unterwegs und wir waren je schließlich auch noch zum Essen eingeladen. Schließlich kam er angehechelt: Zunächst hatte er sich verlaufen und war eine Stunde in die falsche Richtung gelaufen und dann musste er eine Straße überqueren: Er ist stehen geblieben-Petra ist weitergelaufen und hat ihn auf dem Boden über die Straße gezogen. Bis auf einige blaue Flecken und einer Schürfwunde ging es ihm aber gut. Nur die arme Petra hat vor lauter Erschöpfung den ganzen Tag nur noch geschlafen ;)
Nach den ganzen Weihnachtsfestivitäten, sind wir am 27. zum Bow River gefahren, der war komplett zugefroren. Dort sind auch die Eisbilder entstanden. Anschließend ging es rauf auf den Calgary Tower, wo wir im 360 Grad Restaurant dinniert haben. Das Tolle daran ist, dass es ich die ganze Zeit dreht und wir nach einem traumhaften Sonnenuntergang noch die nächtliche Aussicht auf die Dächer Calgarys genießen konnten. Für den 28. hatten uns Claire und Martin Karten für eine Zaubershow im Jubilee geschenkt und neben amerikanischen und kanadischen Magiern hat uns auch ein deutscher Künstler verzaubert.
Was für eine aufregende letzte Woche des Jahres 2009 und es wird noch besser...

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