Howdy Germany,
wahrscheinlich habt ihr schon gemerkt, dass wir nicht viel Zeit finden, um alles, was hier passiert zu bloggen. Ich versuche es dennoch in schon komprimierter Form.
Von unserer Ankunft hier hatte ich ja schon berichtet. Am Donnerstag haben wir es dann erst mal sehr ruhig angehen lassen. Morgens hat es in Strömen geregnet und wir waren sehr enttäuscht, da wir uns doch eigentlich in der Sonne aalen wollten. Das war wohl nix. Gegen Mittag verzogen sich die Wolken dann langsam und wir beschlossen, unseren Lieblingssupermarkt Coop aufzusuchen, um all die Leckereien zu shoppen, die uns in Deutschland so gefehlt haben. Damit wir nicht völlig planlos einkaufen, hat Liesl angefangen, eine Einkaufsliste zu schreiben. Sie meinte dann, wir müssten eine Flasche Shampoo kaufen, "aber warum denn Liesl? In der Dusche steht doch 'ne ganze Flasche!" Darauf antwortete Liesl zu meiner Überraschung, dass es sich bei der Flasche im Bad um Hundeshampoo handelt. Wie gut, dass ich das auch mal ausprobiert habe ;-) Also ich kann euch sagen, das macht das Haar sehr geschmeidig und glänzend und da es laut Beschreibung sowohl für goldenes als auch braunes Fell geeignet ist, kann es so verkehrt nicht sein. Auch der Duft hat mich überzeugt und ich werde es weiter an meinem Kopfpelz testen und berichten, ob es dauerhaft wirksam ist oder zu unliebsamem Haarverlust führt.
| Ein Versteck für's Fell ;-) |
Im Coop haben wir die Taschen dann nochmal so richtig voll gemacht-währendessen hat auch die Sonne mächtig aufgedreht und wir haben uns in brütender Hitze nach Hause geschleppt, wo Martin und Claire aber schon mit einem leckeren 100%-Fruchteis warteten. Auf der Terasse wurde dann bei Super-Sommerwetter um die Wette geschleckt und ein Plan für die nächsten vier Wochen erarbeitet. Anschließend hat Daddy Burger auf dem Grill gemacht, die wir dann aufgrund eines Gewitters drinnen einnehmen mussten. Soweit der Donnerstag.....
Gestern Morgen hieß es dann früh aufstehen, denn während des Stampedes gibt es jeden Morgen überall in der Stadt kostenlose Pancake-Frühstücks (so zum Beispiel letzte Woche im Chinook Centre mit 70.000 Menschen!!!). Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen, also ging es um viertel nach acht los zum Britannia Plaza, wo wir dann mit ca. 1000 anderen Cowboys und -girls aufgereiht auf unser Frühstück gewartet haben. Es ging echt fix, war super lecker und nebenbei spielte die Calgary Stetson Showband. Die Stimmung war unglaublich toll und wir saßen fröhlich auf unseren Heuballen und genossen die Sonne. Anschließend ging es endlich zum Stampede, wo wir zunächst eine Inszenierung der Stampede-Entstehungsgeschichte angeschaut haben. Nebenbei wurde schonmal ein kleines Nickerchen gemacht-wir sind einfach noch nicht ganz auf die nordamerikanische Zeit umgestellt.
Gegen vier sind Martin und Lisa dann zum Flughafen aufgebrochen, um Jule (Liesl´s Schwester) abzuholen, die für zwei Wochen bei uns bleibt. Claire und ich haben währendessen Limo geschlürft und uns verschiedene Shows angeschaut, z.B. eine Gruppe Trampolinspringer (Trampoline Wall), die an einer Hauswand hoch- und in die offenen Fenster springen oder die "Recycling Percussionists", die auf aus Müll gebauten Schlagzeugen eine Wahnsinns-Show abgeliefert haben. Zur "Chugwagon und Grandstand Show" war dann die ganze Familie komplett und wir haben uns Planwagenrennen und die anschließende Show mit dem kanadischen Sänger Paul Brandt und den Young Canadians angeschaut, die in einem riesigen und wunderschönen Feuerwerk geendet hat. Vorallem der Teil, wo alle der mehreren tausend Besucher ihre Cowboyhüte gezogen haben, um gemeinsam die kanadische Nationalhymne zu singen, hat uns extrem gut gefallen und wir haben geträllert was das Zeug hält, auch wenn wir nur einen Satz der Hymne wirklich sicher beherrschen. Um 01.27 Uhr lagen wir dann endlich im Bettchen.
Heute ging es dann wieder vormittags zum Stampede. Dieses Mal durften wir Claire's MINI nehmen und ich war sehr verwirrt, als das Auto nicht los fuhr, obwohl ich doch Gas gab.....hhm.....die Lösung des Problems war relativ simpel - Claire's MINI ist kein Schalt- sondern ein Automatik-Wagen und ich befand mich mit meinem linken Fuß auf der Bremse (mein Gehirn befand sich auf der Kupplung) und meinem rechten auf dem Gas. Gas und Bremse verstehen sich, benutzt man sie gleichzeitig, aber nicht so gut. Nach einer kurzen Zeit der Umstellung sind wir dann losgeflitzt, um nach fünf Minuten wieder nach Hause zu fahren, weil wir den Haustürschlüssel vergessen hatten. Claire stand die Angst ins Gesicht geschrieben ;-) "Nein, keine Angst Claire, er lebt noch!" Also wieder von vorne....losgeflitzt, am Second Cup wieder angehalten, unsere Ex-Chefin und -kollegin überrascht, ein bisschen geplaudert und weiter gedüst, an der Southland Station den C-Train bestiegen und mit der restlichen calgarianischen Bevölkerung das Stampede gestürmt. Heute hatten wir Karten für's Rodeo - das war vielleicht super. Ganz schön aufregend, wenn wildgewordene Bullen , über die Sicherheitsgitter springen. Yee-Ha, what a fun day!
Morgen geht der Freizeitstress weiter. Wir fahren drei Stunden weiter östlich nach Drumheller in die Badlands, wo die kanadischen Passionsspiele open-air stattfinden. Wir sind wahnsinnig gespannt und freuen uns auf weitere Abenteuer hier im, zur Zeit wirklich, wilden Westen.
Ganz viele Grüße vom kanadischen Cowgirl-Trio Liesl, Jule neu und Jule alt
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