Dienstag ging es etwas ruhiger zu. Wir haben einfach letzte Vorbereitungen für die Staaten getroffen.
Am Mittwoch waren wir mit einer Second Cup Kundin zum Kaffee verabredet, zu dem dann noch ein paar unserer Kollegen dazu stießen. Das war so lustig. Sam hatte uns ein Abschiedsgeschenk gekauft. Und zwar beef jerky und buffalo jerky, geräuchertes Fleisch, von dem alle Kanadier ganz hin und weg sind. Dafür hat er sogar sein Leben riskiert: Das Jerky gab es nämlich auch bei den Indianern und als Sam sich einem offen und alleinstehenden Wohnwagen genähert hat, kam ein Indianer mit einem Gewehr um die Ecke......leider musste das Jerky in Kanada bleiben, da wir es nicht in die USA einführen durften ;( Naja Martin freut sich. Mittwoch Nachmittag haben wir dann unser RBC Konto aufgelöst und sind nachher noch zum Glenmore Reservoir gefahren, um langsam aber sicher Abschied zu nehmen von unserer schönen Heimatstadt in Kanada.
Donnerstag waren wir mit Claire zu einem Mädchen-Lunch verabredet. Als Martin erfahren hat, dass wir in seinen Lieblingspub gehen, hat er vorsichtig gefragt ob er mit darf. Natürlich durfte er. Die beiden haben uns dann schon wieder eingeladen, da haben wir ihn zum Dank gedrückt und da meinte er, dass das sehr gerne geschehen wär, weil wir es ihnen Wert sind. Bei diesen Worten wurde uns schon wieder ganz schwer ums Herz. Nach dem Lunch hat uns Martin in Kensington rausgeschmissen- ein sehr schöner Stadtteil Calgarys, den wir noch nicht kannten. Dort haben wir deutsche Seifenblasen gekauft und haben am Bow River ganz viele schimmernde erfüllte Träume und Erinnerungen in den Himmel geschickt.
Am Freitag waren wir dann in Claire und Martins Gemeinde zum Abendessen, um uns anschließend das Theaterstück anzuschauen, in dem unsere Hostmum mitspielte. "I remember Mamma" hieß das gute Stück und war echt lustig anzuschauen. Das war schon alles ziemlich professionell gemacht-kurzum, wir waren begeistert. Dort hatten wir dann auch die Gelegenheit Sheila und Peter und der lieben Barb ein letztes Mal auf Wiedersehen zu sagen-ach ich hasse Abschiede. Danach ging es zurück in unser mittlerweile ziemlich chaotisches Zuhause, wo Koffer und Wäsche und alles mögliche wild umher flog.
Am Samstag war dann richtig Pack-und Putztag. Es machte sich mehr und mehr Frustration breit, weil nicht alles in den Koffer passte, wir uns nicht verabschieden wollten und überhaupt abreisen scheiße ist. Während dem Zähneputzen habe ich dann schon das erste Mal angefangen zu heulen so, dass ich fast meine Zahnbürste verschluckt hätte. Also bin ich schnell zu Liesl ins Schlafzimmer, wo ich mich erstmal auf Türmen von Wäsche auf meinem Bett etwas beruhigen musste. Zudem mussten wir uns schon wieder beeilen, weil Martin und Claire nochmal mit uns zum Cheesecake Cafe wollten. Gesagt, getan. Allerdings war Liesl und mir der Hunger mittlerweile etwas vergangen und die Stimmung allgemein etwas getrübt. Nach dem Dessert wurde uns dann schmerzlich bewusst, dass es nun an der Zeit war Martin adieu zu sagen, da er arbeiten musste und nicht mit an den Flughafen konnte. Wie ihr euch vorstellen könnt war das Geschluchze groß. Martin meinte, sie hätten nie Töchter gehabt, bis zu dem Tag als sie uns kennen gelernt haben. Da sind bei mir dann alle Dämme gebrochen- er hat uns noch schnell zwei Küsschen auf die Wangen gedrückt und ist schnell gefahren, sonst hätte er bestimmt auch angefangen zu Weinen. Martin hatte eh schon vorgeschlagen, dass wir nach unserem USA Trip zurück NACH HAUSE nach Calgary kommen sollten. Ach her je........
Danach ging es total verheult zum Second Cup- der nächste Abschied. Das war zwar auch traurig aber nicht ganz so schlimm wie der Abschied von Martin- er war einfach unser Held ;)
Danach ging es weiter mit Packen-kotz würg- Stimmung im Keller. Wäsche noch nicht trocken, Koffer eh schon zu schwer, Wohnung noch nicht besenrein....müde, traurig....wir emotionale Scheiterhaufen. Schließlich haben wir es dann doch noch 3 Stunden ins Bett geschafft. Geschlafen habe ich allerdings nicht, denn all die Gedanken, Erinnerungen, Erfahrungen, Erlebnisse....der letzten fünf Monate tummelten sich auf einem Haufen in meinem Kopf und Herz-eine schlaf-und ruhelose Nacht. Um halb drei in der Nacht klingelte dann unser Wecker. Mit einem unguten Gefühl im Bauch hieß es nun Abschied nehmen von unserem liebgewonnenen Zuhause. Die Tiere wuselten auch schon ganz verstört um uns rum, so nach dem Motto: Hey was sollen die blöden Koffer da? Wo wollt ihr hin???
Eine Stunde später stand Cris vor der Tür, um uns zum Flughafen zu fahren. All das Gepäck wurde im Auto verstaut und es fiel mir nie schwerer die letzten Schritte bis zur Haustür zu gehen. Das war es dann wohl, unser wunderschönes halbes Jahr in Calgary, das all unsere Erwartungen gesprengt hat. Am Flughafen ging dann alles recht schnell, wir hatten nur eine halbe Stunde Zeit, Claire und Cris auf Wiedersehen zu sagen, bevor es in die Kontrollen ging. Und ich glaube, mich hat noch nie jemand fester zum Abschied gedrückt als Claire an diesem Tag. Sie meinte, jetzt hätten wir noch eine Mama, die sich immer Gedanken macht, ob ihre Küken überall gut an Land schlagen-ach wie niedlich. Ein letzter Drücker, ein letzter Schmatzer, ein letztes Mal winken, bevor uns die bösen amerikanischen Zollbeamten in die Mangel nahmen.
Schließlich im Flugzeug fühlte es sich ein wenig an wie vor fünf Monaten, als wir hier ankamen, nur das jetzt an die Stelle der Ungewissheit und Angst, was uns wohl erwartet die Gewissheit und das große Glück getreten ist, nun noch eine Familie in Kanada zu haben.
Wir können heute sagen, dass es sich immer wieder lohnt, sich auf die Reise zu machen, auch wenn man nicht genau weiß, wo man an Land schlägt. Für uns hat jemand die richtigen Koordinaten eingegeben und all das, was wir heute im Gepäck haben wiegt mehr als die 23 kg, die man per Lufthansa mit sich führen darf und von dem Goldstück Kanada in unserem Leben muss auch der Zoll nichts wissen.
Am Mittwoch waren wir mit einer Second Cup Kundin zum Kaffee verabredet, zu dem dann noch ein paar unserer Kollegen dazu stießen. Das war so lustig. Sam hatte uns ein Abschiedsgeschenk gekauft. Und zwar beef jerky und buffalo jerky, geräuchertes Fleisch, von dem alle Kanadier ganz hin und weg sind. Dafür hat er sogar sein Leben riskiert: Das Jerky gab es nämlich auch bei den Indianern und als Sam sich einem offen und alleinstehenden Wohnwagen genähert hat, kam ein Indianer mit einem Gewehr um die Ecke......leider musste das Jerky in Kanada bleiben, da wir es nicht in die USA einführen durften ;( Naja Martin freut sich. Mittwoch Nachmittag haben wir dann unser RBC Konto aufgelöst und sind nachher noch zum Glenmore Reservoir gefahren, um langsam aber sicher Abschied zu nehmen von unserer schönen Heimatstadt in Kanada.
Donnerstag waren wir mit Claire zu einem Mädchen-Lunch verabredet. Als Martin erfahren hat, dass wir in seinen Lieblingspub gehen, hat er vorsichtig gefragt ob er mit darf. Natürlich durfte er. Die beiden haben uns dann schon wieder eingeladen, da haben wir ihn zum Dank gedrückt und da meinte er, dass das sehr gerne geschehen wär, weil wir es ihnen Wert sind. Bei diesen Worten wurde uns schon wieder ganz schwer ums Herz. Nach dem Lunch hat uns Martin in Kensington rausgeschmissen- ein sehr schöner Stadtteil Calgarys, den wir noch nicht kannten. Dort haben wir deutsche Seifenblasen gekauft und haben am Bow River ganz viele schimmernde erfüllte Träume und Erinnerungen in den Himmel geschickt.
Am Freitag waren wir dann in Claire und Martins Gemeinde zum Abendessen, um uns anschließend das Theaterstück anzuschauen, in dem unsere Hostmum mitspielte. "I remember Mamma" hieß das gute Stück und war echt lustig anzuschauen. Das war schon alles ziemlich professionell gemacht-kurzum, wir waren begeistert. Dort hatten wir dann auch die Gelegenheit Sheila und Peter und der lieben Barb ein letztes Mal auf Wiedersehen zu sagen-ach ich hasse Abschiede. Danach ging es zurück in unser mittlerweile ziemlich chaotisches Zuhause, wo Koffer und Wäsche und alles mögliche wild umher flog.
Am Samstag war dann richtig Pack-und Putztag. Es machte sich mehr und mehr Frustration breit, weil nicht alles in den Koffer passte, wir uns nicht verabschieden wollten und überhaupt abreisen scheiße ist. Während dem Zähneputzen habe ich dann schon das erste Mal angefangen zu heulen so, dass ich fast meine Zahnbürste verschluckt hätte. Also bin ich schnell zu Liesl ins Schlafzimmer, wo ich mich erstmal auf Türmen von Wäsche auf meinem Bett etwas beruhigen musste. Zudem mussten wir uns schon wieder beeilen, weil Martin und Claire nochmal mit uns zum Cheesecake Cafe wollten. Gesagt, getan. Allerdings war Liesl und mir der Hunger mittlerweile etwas vergangen und die Stimmung allgemein etwas getrübt. Nach dem Dessert wurde uns dann schmerzlich bewusst, dass es nun an der Zeit war Martin adieu zu sagen, da er arbeiten musste und nicht mit an den Flughafen konnte. Wie ihr euch vorstellen könnt war das Geschluchze groß. Martin meinte, sie hätten nie Töchter gehabt, bis zu dem Tag als sie uns kennen gelernt haben. Da sind bei mir dann alle Dämme gebrochen- er hat uns noch schnell zwei Küsschen auf die Wangen gedrückt und ist schnell gefahren, sonst hätte er bestimmt auch angefangen zu Weinen. Martin hatte eh schon vorgeschlagen, dass wir nach unserem USA Trip zurück NACH HAUSE nach Calgary kommen sollten. Ach her je........
Danach ging es total verheult zum Second Cup- der nächste Abschied. Das war zwar auch traurig aber nicht ganz so schlimm wie der Abschied von Martin- er war einfach unser Held ;)
Danach ging es weiter mit Packen-kotz würg- Stimmung im Keller. Wäsche noch nicht trocken, Koffer eh schon zu schwer, Wohnung noch nicht besenrein....müde, traurig....wir emotionale Scheiterhaufen. Schließlich haben wir es dann doch noch 3 Stunden ins Bett geschafft. Geschlafen habe ich allerdings nicht, denn all die Gedanken, Erinnerungen, Erfahrungen, Erlebnisse....der letzten fünf Monate tummelten sich auf einem Haufen in meinem Kopf und Herz-eine schlaf-und ruhelose Nacht. Um halb drei in der Nacht klingelte dann unser Wecker. Mit einem unguten Gefühl im Bauch hieß es nun Abschied nehmen von unserem liebgewonnenen Zuhause. Die Tiere wuselten auch schon ganz verstört um uns rum, so nach dem Motto: Hey was sollen die blöden Koffer da? Wo wollt ihr hin???
Eine Stunde später stand Cris vor der Tür, um uns zum Flughafen zu fahren. All das Gepäck wurde im Auto verstaut und es fiel mir nie schwerer die letzten Schritte bis zur Haustür zu gehen. Das war es dann wohl, unser wunderschönes halbes Jahr in Calgary, das all unsere Erwartungen gesprengt hat. Am Flughafen ging dann alles recht schnell, wir hatten nur eine halbe Stunde Zeit, Claire und Cris auf Wiedersehen zu sagen, bevor es in die Kontrollen ging. Und ich glaube, mich hat noch nie jemand fester zum Abschied gedrückt als Claire an diesem Tag. Sie meinte, jetzt hätten wir noch eine Mama, die sich immer Gedanken macht, ob ihre Küken überall gut an Land schlagen-ach wie niedlich. Ein letzter Drücker, ein letzter Schmatzer, ein letztes Mal winken, bevor uns die bösen amerikanischen Zollbeamten in die Mangel nahmen.
Schließlich im Flugzeug fühlte es sich ein wenig an wie vor fünf Monaten, als wir hier ankamen, nur das jetzt an die Stelle der Ungewissheit und Angst, was uns wohl erwartet die Gewissheit und das große Glück getreten ist, nun noch eine Familie in Kanada zu haben.
Wir können heute sagen, dass es sich immer wieder lohnt, sich auf die Reise zu machen, auch wenn man nicht genau weiß, wo man an Land schlägt. Für uns hat jemand die richtigen Koordinaten eingegeben und all das, was wir heute im Gepäck haben wiegt mehr als die 23 kg, die man per Lufthansa mit sich führen darf und von dem Goldstück Kanada in unserem Leben muss auch der Zoll nichts wissen.
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